Ich plane gerade meinen Wärmepumpenumbau für den Herbst und sitze hier im Sommer mit einer Frage, die mich schon länger beschäftigt: Welche Heizkörpertypen liefern in der Praxis wirklich die versprochenen Effizienzgewinne bei niedrigen Vorlauftemperaturen – und welche enttäuschen?
Die Hersteller und Installationsbetriebe reden immer von Flachheizkörpern Typ 22, manchmal auch von Niedertemperatur-Konvektoren mit Gebläseunterstützung. Aber ich misstraue Hochglanzprospekten grundsätzlich. Was mich interessiert: Hat jemand von euch tatsächlich verschiedene Heizkörpertypen im selben Haus verbaut und kann mit echten Wärmemengenzähler-Daten oder zumindest nachvollziehbaren Messreihen sagen, welcher Typ bei z.B. 40°C Vorlauf noch ausreichend Wärme in den Raum bringt?
Konkret interessiert mich:
– Plattenheizkörper Typ 21 vs. Typ 22 – spürbarer Unterschied bei niedrigen VLT?
– Gebläsekonvektoren: Klingen auf dem Papier gut wegen erzwungener Konvektion, aber wie sieht die Praxis aus? Lärm? Stromverbrauch?
– Niedertemperatur-Radiatoren (z.B. diese speziellen WP-Typen mancher Hersteller) – Marketingversprechen oder echter Vorteil?
Ich will nicht einfach dem Installateur vertrauen, der mir den teuersten Kram verkaufen will. Echte Zahlen, echte Erfahrungen – das ist alles was mich interessiert.
Aus meiner Hybrid-Erfahrung kann ich sagen: Gebläsekonvektoren sind tatsächlich interessant, aber nur wenn man sie ordentlich in die Regelung einbindet. Bei mir läuft die Luft-Wasser-WP an milden Tagen mit 38-42°C Vorlauf, da sind die normalen Plattenheizkörper schon merklich träger. Ich hab einen Testkonvektor im Arbeitszimmer verbaut – der heizt tatsächlich schneller an, aber das Surren bei höchster Stufe ist auf Dauer nervig.
Für die KNX-Integration hab ich den Konvektor über einen Analogaktor angebunden und regele die Lüfterstufe abhängig von der Raumtemperaturabweichung. Das bringt etwas, aber der Mehraufwand ist nicht zu unterschätzen. Ich würde bei Neubau oder komplettem Umbau eher zu großzügig dimensionierten Typ-22-Heizkörpern raten – einfacher in der Regelung, kein zusätzlicher Stromverbrauch, keine beweglichen Teile die irgendwann kaputt gehen.
Was genau ist bei dir verbaut aktuell? Einrohr oder Zweirohr? Das macht für die Einschätzung einen erheblichen Unterschied.
Ich steck da noch nicht so tief drin, aber ich hab mich im Frühjar auch damit beschäftigt – bei mir auch Altbau-Situation. Letztendlich hat mir mein Energieberater erklärt, dass Typ-22-Plattenheizkörper in den meisten Bestandsfällen die pragmatischste Lösung sind, weil die Anschlussmaße meist passen und man keine riesigen Wandumbauaktionen braucht. Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung – geht das wirklich? – dort wurde das auch kurz angerissen. Gebläsekonvektoren kamen bei mir gar nicht erst in die engere Wahl, zu viel Aufwand für die Elektroinstallation bei mir.
Nach meiner langen Pause muss ich sagen, da hat sich einiges getan. Als ich vor 8 Jahren meine Luft-Wasser-WP eingebaut habe, waren Gebläsekonvektoren noch kaum ein Thema in der Breite. Heute ist das Angebot deutlich größer geworden.
Ich hab damals auf Typ-22 umgestellt und war damit zufrieden – wobei ich gestehen muss, dass ich damals keinen Wärmemengenzähler hatte und die Effizienz nur über die Stromrechnung im Vergleich geschätzt habe. Jetzt beim Neustart meiner Anlage plane ich einen Wärmemengenzähler nachzurüsten, genau weil ich endlich echte Zahlen haben will statt Schätzwerte.
Die Frage nach WP-spezifischen Heizkörpern bestimmter Hersteller interessiert mich auch. Bei meiner Recherche wirkt das oft wie rebranding von Standardprodukten mit WP-Logo drauf und entsprechendem Aufpreis. Kann das jemand mit echten Messdaten widerlegen?
Mein Tipp: Hol dir mindestens 3-4 Angebote von verschiedenen Installateuren ein und vergleich nicht nur den Preis, sondern auch die Leistungszahlen und Garantiebedingungen. Ich hab da gute Erfahrungen mit gemacht und konnte so über 2000 Euro sparen. Lass dich auch beraten, welche Lösung wirklich zu deinem Haus passt. Angebot vergleichen für Wärmepumpen
Gute Frage, und ich verstehe deine Skepsis gegenüber Herstellerangaben vollkommen. Bei meiner Sole-Wasser-Anlage habe ich genau diesen Vergleich faktisch durchlebt. Im Erdgeschoss habe ich alte Typ-11-Einplattenheizkörper behalten, im Obergeschoss wurde auf Typ-22 umgestellt. Der Unterschied bei 40°C Vorlauf ist deutlich messbar: Die Typ-22-Heizkörper übertragen bei gleicher Vorlauftemperatur je nach Hersteller-Normkurve etwa 60-70% mehr Leistung als Typ 11. Das deckt sich auch mit meinen Daten aus dem Wärmemengenzähler – der Systemrücklauf aus dem OG liegt im Schnitt 2,5°C tiefer als aus dem EG, was für die JAZ direkt relevant ist.
Gebläsekonvektoren habe ich mir damals auch angeschaut. Theoretisch ideal, aber der Zusatzstromverbrauch der Lüfter frisst einen Teil des JAZ-Gewinns wieder auf, wenn man das nicht einkalkuliert. Ich habe mich dagegen entschieden. Die Geräuschentwicklung war mir zusätzlich ein Dorn im Auge – mein Viessmann-System läuft sehr leise, das wollte ich nicht durch surrende Konvektoren ruinieren.
Die speziellen WP-Heizkörper einzelner Hersteller sind meiner Einschätzung nach überwiegend Typ 22 mit optimierten Vorlaufanschlüssen – ob das den Aufpreis rechtfertigt, wage ich zu bezweifeln.