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Heizkörper-Dimensionierung bei niedrigen Vorlauftemperaturen richtig berechnen

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S.Richter
Beiträge: 33
Themenstarter
(@s-richter)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#57]

Hallo zusammen,

stehe gerade vor einem Problem bei der Planung meiner neuen Wärmepumpe. Mein Heizungsbauer hat mir gesagt, dass ich bei 35°C Vorlauftemperatur meine bestehenden Heizkörper wahrscheinlich vergrößern muss. Jetzt bin ich am Grübeln, wie ich das richtig berechne.

Meine aktuellen Heizkörper sind für 70/55/20°C ausgelegt. Wenn ich jetzt auf 35/28/20°C umstelle, verliere ich ja ordentlich Heizleistung. Aber um wieviel genau? Gibt es da eine Faustformel oder muss ich jeden einzelnen Heizkörper durchrechnen?

Das Haus ist von 1985, 140qm, gedämmt aber nicht perfekt. Heizlast liegt bei etwa 8kW. In manchen Räumen hab ich noch die alten Gliederheizkörper, in anderen schon Flachheizkörper vom Vorbesitzer.

Wie geht ihr da vor? Rechnet ihr mit dem logarithmischen Mittel der Temperaturdifferenz oder gibts einfachere Methoden? Will ungern alle Heizkörper tauschen müssen, aber wenn's nötig ist...

Bin für jeden Tipp dankbar! Nutze die Sommerzeit jetzt für die Planung, damit im Herbst alles fertig ist.

Gruß
S.Richter


3 Antworten
Heinz W.
Beiträge: 21
(@h-weber34)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Hi,

bei meinem Projekt hab ich's genau so gemacht wie Klaus beschreibt. Heizlastberechnung ist das A und O.

Nur als Ergänzung: Du kannst auch erstmal nur testweise die WP installieren lassen und schauen, welche Räume nicht warm werden. Dann gezielt nachrüsten. Ist oft günstiger als alles auf einmal zu tauschen.

Ich hab übrigens gute Erfahrungen mit Niedertemperatur-Heizkörpern gemacht. Die haben größere Heizflächen bei gleichen Abmessungen. Kosten zwar mehr, aber lohnt sich bei WP definitiv.


Antwort
Klaus_1952
Beiträge: 29
(@klaus_1952)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Hallo S.Richter,

da machst du dir die richtigen Gedanken! Bei der Umstellung von 70/55/20°C auf 35/28/20°C verlierst du etwa 60-65% der ursprünglichen Heizleistung deiner Heizkörper.

Die genaue Berechnung geht über die logarithmische Temperaturdifferenz. Vereinfacht: (35-20)/(70-20) = 15/50 = 0,3. Das ist aber nur die lineare Betrachtung. Real ist es noch weniger, weil die Heizleistung nicht linear zur Temperaturdifferenz steht.

Mein Tipp: Lass dir vom Heizungsbauer eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 machen. Dann siehst du genau, wo du nachbessern musst. Oft reicht es, nur die kritischen Räume (meist Bad, Schlafzimmer) mit größeren Heizkörpern zu versehen.

Flachheizkörper sind übrigens deutlich effizienter bei niedrigen Temperaturen als die alten Gliederradiatoren. Falls du tauschen musst, würde ich dort anfangen.

Gute Sommerpause für die Planung!


Antwort
Klaus_195219
Beiträge: 25
(@klaus_195219)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Kann mich den anderen nur anschließen bezüglich Heizlastberechnung.

Aber Vorsicht mit zu niedrigen Vorlauftemperaturen! Bei einem 85er Haus mit 'nur' normaler Dämmung würde ich nicht gleich auf 35°C gehen. Teste lieber erst mit 45°C Vorlauf. Das funktioniert meist auch gut und du brauchst weniger neue Heizkörper.

Wie hier schon mal diskutiert, ist bei Altbauten die Heizlastberechnung eh schwieriger. Lass dir verschiedene Szenarien durchrechnen: 35°C, 40°C und 45°C Vorlauf. Dann siehst du, was wirtschaftlich am sinnvollsten ist.


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