Hallo zusammen,
ich plane gerade eine größere Renovierung und beschäftige mich mit dem Gedanken, eine PV-Anlage zu installieren. Gleichzeitig soll eine neue Wärmepumpe rein (Luft-Wasser, ca. 8kW).
Nun hab ich gelesen, dass man den PV-Strom direkt an die Wärmepumpe koppeln kann, ohne dass der Strom durchs öffentliche Netz muss. Das würde ja bedeuten, dass ich quasi kostenlosen Strom für die WP hätte, zumindest tagsüber wenn die Sonne scheint.
Ist das technisch überhaupt machbar? Brauche ich dafür spezielle Wechselrichter oder Steuerungen? Und was passiert, wenn die PV mehr Strom erzeugt als die WP gerade braucht - oder umgekehrt, wenn die WP mehr braucht?
Gerade im Sommer könnte ich mir vorstellen, dass das für die Kühlung richtig interessant wäre. Hat jemand von euch sowas schon mal umgesetzt? Welche Fallstricke gibt es dabei?
Vielen Dank schonmal für eure Erfahrungen!
Moin Thomas,
klar geht das! Hab das selbst so ähnlich am Laufen, allerdings mit Batterie als Puffer. Das Stichwort ist "Inselbetrieb" oder "DC-Kopplung".
Du brauchst auf jeden Fall einen speziellen Hybrid-Wechselrichter, der das kann. Die normalen String-Wechselrichter sind darauf nicht ausgelegt. Fronius, SMA und Kostal haben da gute Lösungen.
Das Problem ist aber: Wenn deine PV mal weniger liefert (Wolken, morgens/abends), muss die WP trotzdem laufen können. Also brauchst du entweder 'ne Batterie als Puffer oder eine Umschaltung aufs Netz als Backup.
Bei meinem Dämmungs-Thread hatte ich ja schon geschrieben, dass oversizing bei der WP durchaus Sinn machen kann - das gilt auch hier. Größere PV = mehr Direktstrom für die WP.
Würde aber definitiv einen Fachbetrieb dazuholen, das ist schon 'ne komplexere Geschichte.
Gruß
Klaus
Hallo,
technisch möglich, aber rechtlich problematisch. Sobald Sie eine PV-Anlage installieren, die größer als 600W ist, müssen Sie diese beim Netzbetreiber anmelden. Eine komplett netzgetrennte Installation ist nur in Ausnahmefällen zulässig.
Zudem ist die Wirtschaftlichkeit fraglich: Eine reine Direktkopplung bedeutet, dass Sie bei Sonnenschein zwar kostenlosen Strom haben, aber sobald Wolken kommen oder die Sonne weg ist, läuft die WP wieder über das normale Netz. Der Aufwand für die spezielle Technik amortisiert sich meist nicht.
Empfehlung: Standard-PV mit Eigenverbrauchsoptimierung. Moderne Energiemanagementsysteme können die WP dann bevorzugt laufen lassen, wenn PV-Überschuss vorhanden ist. Das ist einfacher, günstiger und rechtlich unbedenklich.