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Wärmepumpe aufs Flachdach - Statik prüfen lassen und Genehmigung nötig?

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L.Weber60
Beiträge: 42
Themenstarter
(@l-weber60)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#104]

Guten Tag zusammen,

wir haben ein Einfamilienhaus Baujahr 1978 mit einem Flachdach über dem Anbau (Garage plus kleiner Abstellraum, ca. 28 m²). Der Gedanke ist, dort eine Luft-Wasser-Wärmepumpe aufzustellen, weil der Garten relativ klein ist und wir keinen Platz auf der Grundstücksgrenze haben wollen. Der Heizungsbauer hat das als "grundsätzlich machbar" bezeichnet, aber mehr wollte er dann doch nicht sagen.

Jetzt frage ich mich: Was braucht man da alles? Erstens die Statik – das Dach ist ja über 40 Jahre alt, und so eine WP wiegt ja locker 150-200 kg, dazu noch Schnee im Winter und das Gestell. Hat jemand Erfahrung, ob man da zwingend einen Statiker braucht oder reicht ein erfahrener Dachdecker, der sich das anschaut?

Zweitens die Baugenehmigung – in unserem Landkreis (Baden-Württemberg) weiß ich gar nicht, ob das genehmigungspflichtig ist. Eine Bekannte hat gesagt, kleine Anlagen bis 10 kW seien verfahrensfrei, aber ich traue dem nicht blind.

Drittens: Dachfolie und Dachabdichtung – wenn man da Befestigungen setzt, ist das Thema Dachdichtigkeit ja auch nicht trivial.

Wir würden das gerne noch vor dem Herbst abschließen, also der Sommer wäre eigentlich ideal zum Planen. Vielleicht hat jemand das schon durchgemacht und kann berichten, wie der Ablauf war?

Vielen Dank im Voraus
L. Weber


2 Antworten
ThomasK71
Beiträge: 15
(@thomask71)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Den Punkt mit dem Statiker kann ich nur unterstreichen, da hat Sarah völlig Recht. Ich hab mich beruflich ein bisschen mit Wasserquellen beschäftigt (anderes Thema, aber Gebäudebestand ist immer wieder interessant), und bei Flachdächern aus den 70ern ist die Datenlage wirklich oft dünn. Manchmal fehlen schlicht die Baupläne.

Ein pragmatischer Tip: Frag deinen Heizungsbauer, ob er bei der Dachaufstellung schon mal mit einem Planungsbüro zusammengearbeitet hat. Die koordinieren das manchmal als Paket, Statik-Kurzgutachten inklusive. Spart zumindest den Aufwand, alles selbst zu organisieren.


Antwort
Sarah96
Beiträge: 40
(@sarah96)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hallo L. Weber,

die Frage nach der Statik würde ich auf keinen Fall einem Dachdecker überlassen – das ist klar Sache eines Statikers. Gerade bei einem Gebäude von 1978 weiß man oft nicht genau, was an Unterlagen noch vorhanden ist und wie das Dach damals dimensioniert wurde. 150-200 kg Gerät plus Gestell plus ggf. Schneelast (bei Flachdach sammelt sich da mehr als man denkt) kann schnell in einem Bereich landen, wo es eng wird. Ein Statiker kostet vielleicht 300-600 € für so ein Gutachten, aber das ist wirklich kein Posten wo man sparen sollte.

Zur Baugenehmigung in BW: Das ist leider nicht pauschal zu beantworten, weil es auf die konkrete Anlage und die Gemeinde ankommt. Die Verfahrensfreiheit für WP gilt in BW grundsätzlich unter bestimmten Bedingungen, aber Dachaufstellungen können da schon mal aus dem Rahmen fallen, weil die Anlage dann als Dachaufbau gilt. Ich würde einfach kurz beim Baurechtsamt der Gemeinde anrufen – die geben da meist unkompliziert Auskunft, ohne dass man gleich einen Antrag stellen muss.

Zur Dachabdichtung: Da unbedingt einen Fachbetrieb der Dachdeckerinnung ran lassen. Aufgeständerte Systeme ohne Dachdurchdringung (also Ballastierung statt Dübel) sind da oft die bessere Wahl, aber das hängt von der Tragfähigkeit ab – womit wir wieder beim Statiker wären. 😉


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