Hallo zusammen,
wir stehen kurz vor der Entscheidung und ich drehe mich gerade etwas im Kreis, deshalb wollte ich mal hier fragen wie ihr das angegangen seid.
Wir haben im Frühjahr Angebote eingeholt und sind jetzt bei ca. 50.000 Euro Gesamtinvestition gelandet – Luft-Wasser-WP inkl. Pufferspeicher, neue Verteiler, Elektroanschluss, der ganze Spaß. Eigenkapital haben wir etwa 15.000 Euro, den Rest müssten wir finanzieren, also rund 35.000 Euro Kredit.
Jetzt bin ich gerade dabei die Optionen zu vergleichen und ich steh ehrlich gesagt auf dem Schlauch. Unsere Hausbank (Sparkasse) hat uns ein Angebot gemacht, effektiver Jahreszins knapp über 5%, Laufzeit 10 Jahre. Klingt erstmal okay, aber ich hab das Gefühl da geht mehr. KfW 261 wäre auch möglich, allerdings hab ich gehört dass das mit der BAFA-Förderung manchmal hakelt – stimmt das noch?
Dann hab ich noch gelesen dass manche Landesbanken eigene Energiekreditprogramme haben, Bayern, NRW usw. Wir sind in Baden-Württemberg, falls das relevant ist.
Im Sommer plant man ja eigentlich Urlaub aber stattdessen sitz ich hier und vergleiche Zinssätze 😅 Haben wir den richtigen Ansatz oder übersehen wir was grundlegendes? Was würdet ihr an unserer Stelle tun?
Kurz und pragmatisch: schau dir unbedingt die L-Bank BW an, die haben das Programm 'Wohngebäude Klimaschutz' oder so ähnlich. Zinsen teils unter KfW-Niveau, zumindest war das letztes Jahr so. Einfach auf der L-Bank Website die aktuellen Konditionen checken, die ändern sich öfter.
Und ja, BAFA-Antrag immer zuerst stellen bevor du irgendeinen Vertrag unterschreibst. Das ist die eine Regel die man auf keinen Fall vergessen darf.
Wie Kritikus oben schon schreibt, ist die Angebotsseite oft unterschätzt. Aber zur eigentlichen Frage: der KfW 261 läuft technisch über die Hausbank als Durchleitinstitut, das heißt du beantragst nicht direkt bei der KfW sondern über deine Bank. Dein Sparkassenberater sollte das kennen – wenn er nur sein eigenes Produkt bewirbt, würde ich das Gespräch nochmal mit konkretem Verweis auf KfW 261 suchen oder eine andere Bank anfragen.
Zum BAFA-Thema: die Förderung und der KfW-Kredit sind kombinierbar, solange du die richtige Reihenfolge hältst. Die BAFA-Förderung bezieht sich auf den Gerätekauf, der KfW-Kredit auf die Gesamtmaßnahme – das schließt sich nicht aus. Ich würde das aber nochmal aktuell prüfen, die Programmbedingungen können sich ändern und ich will dir keine veralteten Infos als gesichert verkaufen.
Wir haben damals beim Altbau-Umbau ähnliche Überlegungen angestellt, ich hab das im Altbau-Thread kurz angeschnitten. Was ich sagen kann: geh mit dem KfW-Thema wirklich zur Bank und lass dir nicht nur den Hauskredit anbieten. Manche Berater bei der Sparkasse kennen die Förderprogramme garnicht so gut oder haben kein Interesse daran weil die eigene Marge beim Durchleitkredit niedriger ist.
Bei uns hat es sich gelohnt extra nachzufragen. Am Ende hatten wir KfW plus L-Bank kombiniert, das war möglich weil die Förderzwecke sich leicht unterschieden. Aber ich will nix versprechen – das hängt sehr vom konkreten Vorhaben ab und ob dein Berater das überhaupt kennt.
Eines noch: die 15k Eigenkapital einzusetzen ist grundsätzlich sinnvoll, aber überleg ob du einen kleinen Puffer behältst. Bei unserem Umbau kamen am Ende noch Kleinigkeiten dazu die man vorher nicht auf dem Schirm hatte.
Die 5% von der Sparkasse klingen für mich ehrlich gesagt nicht besonders attraktiv. Ich hab mich im Zusammenhang mit meiner alten Anlage (der Thread hier) auch mal intensiver mit den Kosten beschäftigt und dabei am Rande die Finanzierungsseite angeschaut.
Klar, die KfW 261 ist die klassische Empfehlung, aber du hast recht dass da Koordinationsbedarf mit der BAFA besteht. Das 'hakeln' kommt meistens daher dass Leute die Reihenfolge nicht beachten: BAFA-Antrag muss VOR Vertragsabschluss mit dem Handwerker gestellt sein, und der KfW-Antrag läuft über deine Bank als Durchleitinstitut – also die Sparkasse könnte das sogar selbst beantragen. Das wäre mein erster Schritt: bei der Sparkasse konkret nach dem KfW-Programm fragen statt dem eigenen Kredit. Der Unterschied kann bei 35k über 10 Jahre schon ein paar hundert Euro ausmachen.
Die L-Bank in BW hat übrigens tatsächlich eigene Programme, die Wohngebäudeförderung, das solltest du dir ansehen. Ob die sich stapeln lassen muss man im Einzelfall prüfen.