S0-Schnittstelle ist wirklich der Schlüssel wenn du ohne großes Smart-Home-System auskommen willst. Ich hab bei meiner Sole-WP einen einfachen Hutschienenzähler mit S0 verbaut, der kostet keine 30 Euro, und dazu einen kleinen ESP32-Microcontroller der die Pulse zählt und per WLAN an eine lokale InfluxDB schickt. Klingt technischer als es ist, die Anleitungen dafür findet man leicht.
Der Vorteil gegenüber rein manuellem Ablesen: Du siehst auch Lastspitzen und kurze Taktzyklen, die bei manueller Erfassung komplett durchrutschen. Gerade bei Hybridlösungen ist das interessant – du kannst dann wirklich sehen ab welcher Außentemperatur die WP anfängt ineffizient zu werden und der Gasbrenner übernimmt. Das hab ich mir früher auch immer gewünscht.
Pufferspeicher und Verbrauchsdaten hab ich da übrigens auch mal beschrieben – lohnt sich als Lektüre wenn du schon in der Planungsphase bist.
Ich plane meinen Neubau auch gerade und stehe vor exakt der gleichen Frage! Hab mich für die Kombination FBH + Luft-Wasser-WP entschieden und wollte auch ohne teures Smart-Home auskommen.
Was ich rausgefunden hab: Viele WP-Hersteller haben mittlerweile eine kostenlose App die zumindest die Basisdaten aus der Steuerung ausliest – Betriebsstunden, Vorlauftemperatur, sowas. Das ist zwar kein vollständiges Energiemonitoring, aber als Ergänzung zu einem Stromzähler ist das schon ganz hilfreich. Lohnt sich mal nachzuschauen ob deine geplante WP das mitbringt, dann brauchst du vielleicht weniger Zusatzhardware als gedacht.
Ich kenn das Thema gut – hab mich damit auch intensiv beschäftigt, weil ich wissen wollte was nach allen Kosten wirklich übrig bleibt. Mein Eindruck: Der manuelle Ansatz mit Stromzähler + Wärmemengenzähler funktioniert grundsätzlich, aber du musst konsequent dabei bleiben. Einmal im Monat ablesen reicht eigentlich, wenn du keine tagesgenaue Auflösung brauchst.
Was ich allerdings kritisch sehe: Bei einer Hybridlösung wird's schnell unübersichtlich. Du brauchst dann wirklich separate Zähler für beide Wärmequellen, sonst kannst du am Ende nicht sauber auseinanderhalten, welches System wann gearbeitet hat. Und genau das ist der Punkt wo die Leute dann doch irgendwann zu einer halbautomatischen Lösung greifen – weil manuelles Ablesen um 3 Uhr morgens wenn der Gasbrenner anspringt halt nicht geht.
S0-Zähler + Raspberry Pi wäre ein Mittelweg. Günstig, kein proprietäres Smart-Home-System, und du kannst die Daten selbst auswerten. Ich hab dazu schon mal was geschrieben – Fehler erkennt man ohne Monitoring oft wirklich erst wenn die Rechnung kommt.