Hallo zusammen,
ic plane gerade meinen Neubau und möchte von Anfang an die Betriebskosten meiner geplanten Luft-Wasser-Wärmepumpe selbst im Blick behalten – ohne gleich ein teures Smart-Home-System anschaffen zu müssen. Ich habe mich schon durch einige Threads hier gelesen und gesehen, dass manche Leute recht aufwändige Monitoring-Systeme nutzen. Aber ist das wirklich nötig?
Mein Ansatz wäre eigentlich: Einfachen Stromzähler (mit S0-Schnittstelle?) direkt hinter der Wärmepumpe einbauen, dazu einen günstigen Wärmemengenzähler im Heizkreis – und dann die Werte regelmäßig manuell ablesen und in einer Excel-Tabelle festhalten. Ist das realistisch oder unterschätze ich den Aufwand?
Besonders interessiert mich auch, ob das für eine Hybridlösung (WP + Gas-Backup) noch funktioniert, wenn man beide Systeme separat messen will. Ich möchte ja später wirklich nachvollziehen können, welches System wann wie viel geleistet hat und was das gekostet hat – gerade um zu entscheiden, ab welcher Außentemperatur der Gasbrenner überhaupt sinnvoll zuschaltet.
Hat jemand von euch Erfahrungen mit einem solchen Low-Budget-Ansatz? Welche Zähler taugen wirklich was, und welche Fallstricke gibt es dabei? Im Sommer wie jetzt ist der Betrieb ja überschaubar, aber ich denke schon an den Winter.
Danke vorab!
Thomas B.
Ich mach das seit Jahren genauso wie du dir das vorstellst – also ohne großes Smart-Home-Gedöns. Bei meiner Sole-Wasser-WP habe ich einen einfachen Wärmemengenzähler im Rücklauf und lese den alle zwei Wochen ab. Dazu den Stromzähler direkt an der WP. Das reicht für eine ordentliche Jahresarbeitszahl-Berechnung vollkommen aus.
Für die Hybridlösung würde ich dir empfehlen, das von Anfang an sauber zu planen. Heißt: Gasverbrauch über den Gaszähler separat notieren (Datum + Zählerstand), Strom für WP über separaten Subzähler. Dann kannst du in Excel wunderbar ausrechnen wann welches System wieviel Energie geliefert hat. Bei mir ist das zwar nur Sole, aber das Prinzip ist das gleiche.
Ein Hinweis noch: Lass den Wärmemengenzähler vom Installateur gleich beim Einbau einplanen, das spart nachträglich viel Aufwand. Günstige Modelle gibt's für 80-150 Euro, die sind für unsere Zwecke völlig ausreichend.
Aus meiner Berufserfahrung: Was du planst ist vollkommen ausreichend für den Privatbetrieb. Ich hab in 40 Jahren als Heizungstechniker noch keinen Hausbesitzer gesehen der wirklich ein professionelles Monitoring-System gebraucht hätte um seine Anlage ordentlich zu betreiben. Regelmäßiges Ablesen und ein Notizbuch – das hat früher auch gereicht.
Bei der Hybridlösung würde ich aber auf einen vernünftigen Wärmemengenzähler bestehen, nicht den billigsten. Die günstigen Teile unter 50 Euro driften nach ein paar Jahren gerne mal. Lieber einmalig 120-150 Euro ausgeben und dann 10 Jahre verlässliche Werte haben. Das spar ich dir als Tipp, weil ich das Gegenteil oft genug gesehen hab.
Ich hab das bei mir im 90er-Jahre Haus ähnlich gelöst. Günstiger Hutschienenstromzähler, Wärmemengenzähler, alles separat. Kostet insgesamt vielleicht 200 Euro wenn man's selbst macht.
Für ne Hybridlösung im Neubau würd ich aber ehrlich gesagt überlegen ob ein einfacher Raspberry Pi + ein paar Zähler mit S0 nicht die bessere Investition ist als ewiges manuelles Ablesen. Im Sommer jetzt isses ja locker, aber im Winter wenn du wirklich wissen willst ab wann der Gasbrenner effizienter ist als die WP – da willst du stundenweise Daten und keine Monatswerte.
Bin nach langer Pause wieder hier und hab mich ähnliches gefragt wie du. Ich hab's ehrlich gesagt anfangs unterschätzt wie schnell man aufhört regelmäßig abzulesen wenn der Alltag einen einholt. Nach dem ersten Winter hatte ich Lücken von 6 Wochen in meiner Excel-Tabelle und konnte dann nichts mehr vernünftig auswerten.
Mein Tipp: Häng dir eine Erinnerung ins Handy, immer am Monatserstem. Und schreib immer SOFORT rein, nicht auf Zettel und später übertragen – das geht schief. Im Wartungsrhythmus-Thread haben wir das auch kurz angesprochen, solche Routinen gehören irgendwie zusammen.