Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, einen Altbau aus den 70ern zu sanieren und stehe vor der Frage, ob eine Wärmepumpe ohne Fußbodenheizung wirtschaftlich sinnvoll ist. Die vorhandenen Heizkörper sind noch relativ gut erhalten, und eine komplette Fußbodenheizung würde die Sanierungskosten erheblich in die Höhe treiben.
Meine Skepsis: Ich habe viel gehört, dass WPs bei höheren Vorlauftemperaturen ineffizient werden. Wenn ich die alten Heizkörper behalte, müssen die Vorlauftemperaturen ja deutlich höher sein als bei FBH. Das dürfte den COP massiv verschlechtern und meinen Stromverbrauch treiben.
Anderseits: Ist ein hydraulischer Abgleich und eine bessere Gebäudedämmung nicht oft ausreichend? Kann man die Heizkörper auch teilweise durch Flächenheizungen (z.B. an den Außenwänden) ergänzen?
Wie habt ihr das gelöst? Gibt es realistische Erfahrungen, nicht nur die Verkäufer-Versprechungen? Und was ist mit der Warmwasserbereitung – wie dimensioniert man den Speicher sinnvoll?
Hey Matthias, gute Frage – genau das Problem kenne ich von mehreren Bekannten. Ehrlich gesagt: Ja, es geht auch ohne FBH, aber es ist ein Kompromiss. Der Knackpunkt ist weniger die absolute Höhe der Vorlauftemperatur, sondern wie konstant und gezielt du sie fahren kannst. Mit modernen Regelungen und nem ordentlichen hydraulischen Abgleich (wie du selbst fragst) schaffst du es oft, die Temperaturen niedrig genug zu halten – sagen wir 45-50°C statt 55-60°C wie früher. Das bringt durchaus noch nen anständigen COP.
Wenn die Dämm-Situation nicht katastrophal ist, kann das funktionieren. Flächenheizungen in den Außenwänden als Ergänzung sind ne gute Idee – machst du ein paar Zimmer so, brauchst du weniger Heizkörper-Temperatur im Rest. Bei der Warmwasserbereitung: Versorg dich nicht zu klein – ein separater Speicher oder ne WP mit integriertem Speicher ist praktischer als nur nen kleinen Pufferspeicher. Sonst holst du dir Probleme beim Trinkwasserschutz. Mein Rat: Bevor du dich festlegst, lass einen Sachverständigen durchrechnen, wie die Anlage realistisch fahren würde – nicht nach Norm, sondern aufs Gebäude abgestimmt.