Hallo zusammen, ich bin dabei, meinen alten Gaskessel mit einer Luftwärmepumpe zu einer Hybridlösung zu kombinieren. Mein Haus ist Baujahr 1982, 180 qm, Heizkörper überall. Der Handwerker meint, ab 5–8 °C Außentemperatur sollte die WP die Gasheizung entlasten, aber ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich wirtschaftlich ist.
Meine konkrete Frage: Bei welchem Außentemperaturbereich lohnt sich die WP-Nutzung *wirklich*, wenn man die Stromkosten realistisch gegen die eingesparten Gaskosten rechnet? Und wie stelle ich das in der Regelung sinnvoll ein? Der Hybrid-Regler bietet verschiedene Umschaltszenarien an – kann ich da was falsch machen?
Zusätzlich interessiert mich: Wie schätze ich vorher ein, welche JAZ ich beim Hybridmodell realistisch erwarten darf, wenn die WP nur in den Übergangsjahreszeiten mitlaufen soll? Gibt es Faustregel oder müss ich da wirklich einen kompletten Jahreszyklus durchrechnen?
Freue mich auf Tipps aus eurer Erfahrung!
Das ist genau die richtige Frage, die viele zu spät stellen. In der Praxis hat sich für Altbauten mit Heizkörpern bewährt, die WP erst ab etwa 0–2 °C hinzuzuschalten – nicht höher. Der Grund: Bei höheren Außentemperaturen läuft die WP mit schlechteren COPs (oft nur 2,5–3,0), während die Gasheizung relativ effizient ist. Die Stromkosten übersteigen dann die Gasersparnis.
Deine Hybridregelung sollte idealerweise so eingestellt sein: Wenn Außentemperatur unter deinem Schwellenwert liegt UND der Brennstoffpreis pro kWh Wärme günstiger ist als Strom durch die WP, springt die WP an. Viele Fachbetriebe nutzen hier 3–5 °C als Standardwert – das ist oft ein Kompromiss zwischen Kostenoptimierung und Betriebssicherheit.
Zur JAZ: Für Hybridanlagen im Altbau liegt die realistische Jahresarbeitszahl zwischen 3,2 und 3,8, wenn du die WP gewöhnlich nur in den Übergangsjahreszeiten laufen lässt. Das ist deutlich unter reinen Monovalent-Anlagen, aber du sparst dir die enormen Sanierungskosten für Vorlauftemperaturen.