Hallo zusammen,
ich bin langsam am verzweifeln und hoffe ihr könnt mir helfen. Wir haben seit letztem Herbst eine Luft-Wasser-WP (Vaillant aroTHERM plus) und eine Fußbodenheizung im ganzen Haus. Im Winter lief das eigentlich ganz okay, aber jetzt wo wir nochmal kurz nachgeheizt haben (April/Mai), ist mir aufgefallen dass die Raumtemperatur überhaupt nicht auf den eingestellten Sollwert kommt.
Ich hab am Raumthermostat z.B. 21°C eingestellt, tatsächlich waren es aber dauerhaft nur 19°C. Die WP lief dabei normal durch, Vorlauftemperatur war auch okay soweit ich das beurteilen kann (ca. 32°C). Aber die Räume wurden einfach nicht wärmer.
Jetzt im Juni brauchen wir das natürlich gerade nicht, aber ich mach mir Sorgen fürs nächste Jahr. Wir wollen im August in Urlaub und ich dachte ich könnte das bis dahin irgendwie klären.
Meine Fragen:
- Könnte das ein Problem mit den Heizkreisverteilern sein? Die Durchflüsse hab ich noch nie eingestellt.
- Oder liegt es an der Heizkurve die der Heizungsbauer eingestellt hat?
- Oder doch der Raumthermostat selbst?
Bin leider kein Techniker, hab das Haus geerbt und stehe da manchmal etwas auf dem Schlauch was die Heizung angeht. Danke schon mal für jeden Hinweis!
Ich sehe das ein bisschen anders als T.Brinkmann74. Der hydraulische Abgleich ist natürlich wichtig, aber ich würde erstmal einen Schritt zurückgehen.
Du schreibst, der Raumthermostat zeigt 19°C aber eingestellt sind 21°C. Die erste Frage ist: misst der Thermostat überhaupt richtig? Diese günstigen Aufputzthermostate die oft verbaut werden messen nicht immer zuverlässig, gerade wenn sie an einer ungünstigen Wand sitzen (z.B. neben der Tür, in Zugluft oder in der Sonne). Vergleich die Anzeige mal mit einem anderen Thermometer das du aufstellst.
Zweite Frage: Wie ist dein Haus gebaut, Altbau oder Neubau, und wie ist die Dämmung? Bei einem schlecht gedämmten Haus kann 32°C Vorlauf wirklich zu wenig sein. Ich hab mich im Forum schon öfter mit Heizlastberechnungen beschäftigt und da zeigt sich immer wieder: die Auslegung stimmt oft nicht mit der Realität überein. Die WP muss genug Leistung bringen und die Vorlauftemp muss passen.
Dritter Punkt: Hat der Heizungsbauer nach der Installation wirklich einen hydraulischen Abgleich gemacht und dokumentiert? Wenn nicht, würd ich das als erstes in Auftrag geben bevor man anfängt irgendwas selbst zu verstellen.
Stellantriebe der Heizkreisverteiler prüfen wie T.Brinkmann74 schreibt, das ist tatsächlich der häufigste Grund. Die stecken nach dem Sommer gerne fest. Einfach mal alle Köpfe abschrauben und von Hand testen.
Das kenn ich, bei mir war das ähnlich nachdem ich die WP installiert hatte. Kurze Frage vorweg: Hast du an den Heizkreisverteilern mal geschaut ob alle Stellantriebe auch wirklich aufmachen? Die Dinger können feststecken, gerade wenn sie lange nicht bewegt wurden. Einfach mal mit dem Finger prüfen ob der Stift sich bewegt wenn der Thermostat Wärme anfordert.
Zum Thema Heizkurve: 32°C Vorlauf klingt bei den Temperaturen die du beschreibst eigentlich zu niedrig, je nachdem wie gut das Haus gedämmt ist. Der Heizungsbauer sollte die Kurve eigentlich auf dein Haus abgestimmt haben, aber in der Praxis passiert das leider nicht immer sorgfältig.
Was ich außerdem machen würde: Den hydraulischen Abgleich prüfen lassen. Wenn die Durchflüsse an den Kreisen nie eingestellt wurden, kann es gut sein dass manche Kreise zu viel und andere zu wenig bekommen. Das erklärt auch warum manche Räume warm werden und andere nicht.
Ich hab übrigens auch mal im Elektriker-Thread was dazu geschrieben wie wichtig ordentliche Abnahme und Einstellung beim Erstbetrieb ist: Elektriker-Angebot für WP-Installation erhalten – ist das normal? – gilt sinngemäß auch für den Heizungsbereich.