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1 Jahr Wärmepumpe: Was hat sie mich wirklich gekostet?

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Markus B.
Beiträge: 10
Themenstarter
(@markus79)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#22]

Hallo zusammen,

jetzt ist es genau ein Jahr her, dass bei uns die neue Luft-Wasser-Wärmepumpe in Betrieb gegangen ist. Ich hab mir damals versprochen, nach einem Jahr eine ehrliche Bilanz zu ziehen – und die möchte ich hier teilen, auch weil mir damals solche Erfahrungsberichte gefehlt haben.

Kurz zum Haus: Einfamilienhaus, Baujahr 1987, ca. 160 qm, teilgedämmt (Dach und Kellerdecke), Heizkörper plus Fußbodenheizung im Erdgeschoss gemischt. Vorlauftemperatur liegt bei uns meistens zwischen 45 und 52 Grad.

Die Zahlen: Letztes Jahr von Juni bis heute haben wir für Heizung und Warmwasser zusammen ca. 2.800 kWh Strom verbraucht (WP-Zähler). Dazu kommen noch etwa 400 kWh für Warmwasser in den Übergangsmonaten, wo der Heizstab öfter angesprungen ist als mir lieb war. Stromkosten insgesamt für die WP: knapp 1.080 Euro.

Vorher hatten wir Gas, da lagen wir bei ca. 2.200 Euro im Jahr (inkl. Grundgebühr). Also rein rechnerisch spare ich ca. 1.120 Euro – klingt gut, aber ich frage mich ob das wirklich stimmt oder ob ich was übersehe.

Was mich beschäftigt: Der Heizstab ist öfter gelaufen als erwartet. Und jetzt im Sommer merke ich, dass ich eigentlich auch kühlen möchte – aber das haben wir beim Einbau gar nicht richtig geplant.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Bin gespannt auf eure Einschätzungen.


2 Antworten
TechNick_99
Beiträge: 11
(@technick_99)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Interessanter Bericht, danke! Ein paar Anmerkungen von mir:

Deine Rechnung klingt plausibel, aber du solltest die Vollkosten im Blick behalten. Heißt: Wartungsvertrag (falls vorhanden), einmalige Mehrkosten beim Einbau gegenüber einer neuen Gastherme, und vor allem die Kapitalkosten – also was du statt der Investition anderweitig hättest anlegen können. Diese Posten werden in solchen Vergleichen oft weggelassen.

Zum Heizstab: 400 kWh klingt nach zu viel. Das deutet entweder auf eine suboptimal eingestellte Heizkurve hin oder die WP ist in Grenzsituationen (Kälteeinbrüche, hoher Warmwasserbedarf) einfach zu klein dimensioniert. Lohnt sich mal anzuschauen, wann genau der Stab anspringt – oft ist das eine reine Einstellungssache.

Zum Thema SCOP: Bei 45–52°C Vorlauf und einer Luft-WP wirst du im Winter vermutlich keinen besonders guten Wert erreichen. Ich hab das hier im COP/SCOP-Thread mal ausführlicher erklärt – kann ich nur empfehlen, wenn du verstehen willst, ob deine Anlage wirklich effizient läuft.

Kühlen nachträglich: Je nach WP-Modell ist passive Kühlung über die FBH nachrüstbar. Aber ohne Taupunktüberwachung würd ich das nicht einfach so aktivieren lassen.


Antwort
Markus91
Beiträge: 49
(@markus91)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

1.080€ für Heizung+WW im ersten Jahr mit nem Altbau und gemischtem System – das ist eigentlich gar nicht schlecht. Ich war beim Lesen ehrlich gesagt skeptischer als am Ende.

Was TechNick zum Heizstab sagt stimmt. Aber ich würd noch ergänzen: Im ersten Jahr ist fast immer irgendetwas suboptimal eingestellt, das ist normal. Viele Installateure liefern die Anlage ab und das wars. Lass dir von deinem Heizungsbauer mal die Betriebsprotokolle zeigen und schau gezielt, zu welchen Zeiten und Temperaturen der Heizstab angesprungen ist.

Zur Kühlung: Das ist tatsächlich ein Punkt den viele unterschätzen – ich hab mich beim Thema Planung intensiver damit beschäftigt und der Sommer 2026 gibt einem da wirklich zu denken. Wenn du die WP nachrüsten willst, frag unbedingt vorher beim Hersteller nach ob dein Modell das überhaupt kann, bevor du irgendwas beauftragst.


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