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Wärmepumpe nach einem Jahr - was hat sie wirklich gebracht?

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Manfred K.
Beiträge: 12
Themenstarter
(@manfred68)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#24]

Hallo zusammen,

ich bin jetzt seit gut einem Jahr stolzer (?) Besitzer einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und wollte mal eine ehrliche Bilanz ziehen, weil ich damals auch ewig in Foren gesucht habe und nie richtig klare Zahlen gefunden habe.

Kurz zur Situation: Einfamilienhaus, Baujahr 1987, ca. 160qm Wohnfläche, teilweise gedämmt (Dach und Kellerdecke), aber Außenwände noch original. Fußbodenheizung im Erdgeschoss, Heizkörper im OG. Anlage läuft seit Juni letzten Jahres.

Die Zahlen: Letztes Jahr von Juni bis Dezember habe ich ca. 3.200 kWh Strom für die Wärmpumpe verbraucht (plus Warmwasser). Von Januar bis Mai dieses Jahres nochmal 2.900 kWh. Macht zusammen also rund 6.100 kWh. Bei meinem aktuellen Tarif (32,4 Cent/kWh) sind das etwa 1.976 Euro Stromkosten für die WP.

Vorher hatte ich Gas. Da habe ich grob 22.000 kWh Gas pro Jahr verbraucht, bei damals 11 Cent/kWh also 2.420 Euro.

Sprich ich spare etwa 440 Euro im Jahr. Klingt erstmal gut, aber die Anlage hat mich nach Förderung noch 14.800 Euro gekostet. Das sind also über 33 Jahre bis zur Amortisation, wenn sich nichts ändert.

Jetzt im Sommer nutze ich auch die passive Kühlung - das ist tatsächlich nett. Aber meine Frage: Stimmt meine Rechnung so? Übersehe ich etwas? Und was sagen eure Erfahrungen nach dem ersten Jahr?


5 Antworten
Sarah K.
Beiträge: 26
(@sarah9686)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hab mich ja auch lange mit der Frage Luft oder Erd beschäftigt (dazu hab ich hier schon einiges geschrieben), und was ich dabei gelernt hab: Der erste Jahreszyklus ist selten repräsentativ. Die Anlage wird oft noch nachjustiert, man selbst lernt das System auch erst kennen.

Was mich bei Manfreds Zahlen interessiert: Wie war der letzte Winter bei euch? 2025/26 war ja regional sehr unterschiedlich. Kalte Winter verschlechtern die JAZ bei Luft-WP deutlich, milde Winter verbessern sie. Das kann Ihre Vergleichsrechnung erheblich verschieben.

Ich würde empfehlen einfach noch ein zweites vollständiges Heizjahr abzuwarten bevor man ein endgültiges Urteil fällt. Und falls noch kein Monitoring läuft - ein günstiger Energiezähler direkt an der WP hilft enorm um die echte JAZ zu ermitteln statt zu schätzen.


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Klaus_195219
Beiträge: 41
(@klaus_195219)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Guten Tag Manfred,

Ihre Rechnung ist grundsätzlich nachvollziehbar, aber ich würde ein paar Punkte ergänzen wollen. Ich habe mich selbst intensiv mit dem Thema beschäftigt, unter anderem auch im Kontext von Pelletheizung vs. Wärmepumpe, und da spielt die Jahresarbeitszahl eine entscheidende Rolle.

Wenn ich Ihre Zahlen richtig lese: 6.100 kWh Strom für vermutlich ca. 18.000-20.000 kWh Wärme (je nach JAZ), dann liegt Ihre JAZ irgendwo zwischen 2,9 und 3,3. Das ist für ein teilgedämmtes Haus mit Heizkörpern im OG eigentlich noch akzeptabel, aber kein Spitzenwert.

Die Amortisationsrechnung mit 33 Jahren klingt lang, stimmt aber leider oft mit der Realität überein, wenn man nur die reinen Energiekosten gegenrechnet. Was viele vergessen: Die Gasheizung wäre irgendwann auch fällig geworden zum Ersetzen. Und die CO2-Bepreisung auf Gas wird in den nächsten Jahren noch deutlich steigen - das verschiebt Ihre Rechnung zu Ihren Gunsten.

Mein Tipp: Lassen Sie mal prüfen, ob die Vorlauftemperatur im OG wirklich optimal eingestellt ist. Da ist oft noch Potenzial.


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WPSkeptiker47
Beiträge: 51
(@wpskeptiker47)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich sag's mal so direkt wie ich bin: Diese 33 Jahre Amortisation sind genau das, was ich in meinem Thread zur Split-Wärmepumpe für Privatbesitzer schon befürchtet hab.

Manfred, ich will Ihre Erfahrung nicht kleinreden, aber Ihre Rechnung zeigt genau das Problem: Die WP lohnt sich bei schlecht gedämmten Altbauten mit gemischtem Heizsystem finanziell einfach kaum. Die Förderung klingt toll, aber wenn man 14.800 Euro Eigenanteil hat und 440 Euro im Jahr spart, dann ist das kein gutes Geschäft - egal wie man es dreht.

Dazu kommt: Was ist mit Wartungskosten? Die kommen ja auch noch obendrauf. Und wenn der Kompressor nach 12-15 Jahren tauscht, fangen Sie von vorne an zu rechnen.

Ich bin gespannt was andere hier sagen, aber mir bestätigt das meine Skepsis.


Antwort
Sarah96
Beiträge: 40
(@sarah96)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Hey Manfred,

ok ich glaub da fehlt ein wichtiger Punkt in deiner Rechnung: hast du die passive Kühlung im Sommer eigentlich gegengerechnet? Du schreibst ja selbst dass du die nutzt - das spart im Vergleich zu nem separaten Klimagerät nochmal was, bzw. du hättest sonst vielleicht was nachgerüstet.

Ich hab letzten Sommer auch viel über das Thema gelernt (meine WP läuft seit anderthalb Jahren, da gabs anfangs ein paar Probleme wie ich hier schon mal beschrieben hab). Bei mir macht die Kühlung im Sommer tatsächlich nen spürbaren Unterschied, auch wenns die Amortisation nur leicht verbessert.

Ansonsten: 440€ Ersparnis klingt wenig, aber vergiss nicht - dein Gasverbrauch von damals 11ct war vermutlich ein Bestandsvertrag oder sowas. Aktuell liegt Gas ja deutlich höher. Wenn du heute noch Gas hättest, wärst du bei deutlich mehr als 2.400€ im Jahr.

Die Dämmung der Außenwände würde deiner Anlage übrigens massiv helfen, falls das irgendwann in Frage kommt.


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