Benachrichtigungen
Alles löschen

WP selbst eingebaut – was mir dabei fast teuer geworden wäre

8 Beiträge
8 Benutzer
0 Reactions
23 Ansichten
Heinz W.
Beiträge: 31
Themenstarter
(@h-weber34)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#55]

Hallo zusammen,

ich hab mich letzten Herbst dazu entschlossen, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe teilweise in Eigenregie zu installieren – also den Innenaufstellteil selbst angeschlossen, die Rohre selbst verlegt, nur den Kältemittelkreislauf hab ich einem Fachbetrieb überlassen (das geht ja eh nicht anders ohne F-Gas-Zertifikat). Jetzt im Sommer läuft alles und ich denk über meine Erfahrungen nach.

Was mich fast teuer erwischt hätte: Ich hab die Druckseite der Heizungsanlage nicht ordentlich abgesichert. Das Überdruckventil hab ich zuerst falsch gesetzt, wäre das beim Betrieb nicht aufgefallen, hätte das böse enden können. Außerdem hab ich den Fehler gemacht, die Pufferspeicher-Anbindung ohne Fachmann zu planen – da musste ich nochmal komplett umbauen.

Meine Frage an euch: Was sind die absoluten No-Gos, wenn man als Laie selbst Hand anlegt? Und was darf man eigentlich rechtlich selbst machen – ich hab da widersprüchliches gelesen. Ist das Bundesland-abhängig? Gibt es Probleme bei der Förderung oder der Versicherung, wenn man nachweisen muss, dass alles fachgerecht installiert wurde?

Ich frag auch deshalb, weil gerade Sommer ist und viele jetzt wahrscheinlich planen – bevor der nächste Winter kommt. Wäre schön wenn ihr eure Erfahrungen teilt, speziell was schiefgelaufen ist.


Schlagwörter für Thema
7 Antworten
WP_Optimizer84
Beiträge: 24
(@wp_optimizer84)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Gute Zusammenfassung deiner Erfahrungen. Ich hab mich mit dem Thema DIY vs. Fachbetrieb auch intensiv beschäftigt, unter anderem im Kontext der Gesamtkostenrechnung – hab dazu auch mal was im Thread LW-WP vs. Sole-WP: Wie rechnet ihr die Gesamtkosten über 20 Jahre? geschrieben.

Zum Rechtlichen: Die Heizungshydraulik darf in Deutschland grundsätzlich jeder ausführen, der handwerklich halbwegs fit ist – das ist kein konzessionspflichtiges Gewerk. ABER: Die Inbetriebnahme des Kältemittelkreislaufs braucht zwingend einen Betrieb mit F-Gas-Zertifikat, das hast du ja richtig gemacht. Das Knifflige ist die Förderung über die BEG: Dort wird ein Fachbetrieb für die gesamte Installation vorausgesetzt, nicht nur für den Kältemittelpart. Das wird zwar selten geprüft, aber im Schadensfall – zum Beispiel bei einem Wasserschaden – kann die Gebäudeversicherung ablehnen, wenn keine fachgerechte Installation nachgewiesen werden kann. Das ist kein Märchen, das passiert tatsächlich. Ich würde immer empfehlen, zumindest eine Abnahme durch einen Fachbetrieb machen zu lassen, die kostet vielleicht 200-400 Euro und gibt im Ernstfall Rechtssicherheit.


Antwort
SkeptikJAZ42
Beiträge: 51
(@skeptikjaz42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich bin da ehrlich gesagt etwas skeptisch, was solche DIY-Berichte angeht – nicht gegenüber dir persönlich, aber generell. Ich schreib das, weil ich immer wieder sehe dass Leute unterschätzen wie komplex eine WP-Anlage hydraulisch ist. Du hast das Druckventil selbst erwähnt – das ist genau das Problem. Wer als Laie ans Werk geht, weiß oft nicht was er nicht weiß.

Ich hab mich in diesem Forum schon früh damit beschäftigt, was Laien grundsätzlich verstehen müssen, bevor sie überhaupt anfangen zu planen – da hab ich auch im Thread Wärmepumpe ganz von vorne: Was muss ich als Laie zuerst verstehen? einiges dazu geschrieben.

Mein Rat: Finger weg von der Hydraulik wenn man keine Ausbildung im SHK-Bereich hat. Oder zumindest: vorher einen Hydraulikschema vom Fachbetrieb prüfen lassen. Die paar hundert Euro Planungskosten sparen im Ernstfall echt viel Ärger.


Antwort
ThomasKreuter
Beiträge: 10
(@thomaskreuter)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Kurze Ergänzung noch: Nicht vergessen dass der Heizungstausch seit dem GEG 2024 auch meldepflichtig sein kann, je nach Anlage und Gemeinde. Da einfach beim Bauamt nachfragen – manche Kommunen wollen das als Formular, andere kümmerts nicht. Lieber einmal zu viel gefragt.


Antwort
Markus T.
Beiträge: 8
(@markust87)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich plane gerade selbst und bin froh über solche ehrlichen Erfahrungsberichte. Was mich interessieren würde: Hast du dir vorab irgendwelche Schulungen oder zumindest Youtube-Tutorials angeschaut, oder bist du einfach reingesprungen? Ich überleg gerade ob ich zumindest die Verrohrung intern selbst mache um Kosten zu sparen, aber die Berichte hier machen mich nachdenklich. Das mit dem Überdruckventil klingt echt nach einer Situation die man nicht erleben will.

Bei meiner Neubauplanung für 2027 hab ich das Thema auch schon angesprochen – da ist der Vorteil dass alles von Anfang an geplant wird und kein Retrofit-Chaos entsteht. Vielleicht ist das der eigentliche Tipp: Wer neu baut, sollte die WP-Integration von Anfang an mit einem Fachplaner durchziehen und nicht im Nachhinein improvisiern.


Antwort
Seite 1 / 2
Teilen: