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COP fällt im Sommer plötzlich ab – Diagnose ohne Techniker möglich?

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S.Weber85
Beiträge: 12
Themenstarter
(@s-weber85)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#114]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit etwa zwei Jahren systematisch mit Luft-Wasser-Wärmepumpen verschiedener Hersteller und habe dabei schon einiges an Daten aus Produkttests und Händlergesprächen gesammelt. Jetzt bin ich aber auf ein Problem gestoßen, das mich ehrlich gesagt etwas ratlos macht.

Ich teste gerade eine Anlage (Testgerät, kein eigener Einbau), und mir ist aufgefallen, dass der COP im laufenden Kühlbetrieb Mitte Juli deutlich unter die Herstellerangaben rutscht – von erwarteten 3,8-4,1 auf real eher 2,6-2,9. Das ist kein Messfehler, ich hab das dreifach geprüft. Außentemperatur war zwischen 28 und 32°C, also eigentlich Normalbetrieb.

Meine Frage: Welche Parameter sollte man als erstes unter die Lupe nehmen, wenn der COP im Sommer unerwartet einbricht? Ich denke an Kältemitteldruck, Verflüssigertemperatur, vielleicht Durchflussrate – aber ich bin kein Kältetechniker und will wissen, was man ohne direkten Fachmannzugang noch sinnvoll diagnostizieren kann.

Hat jemand eine strukturierte Vorgehensweise für so ein Szenario? Mich würde auch interessieren, ob einzelne Hersteller hier bessere Diagnosewerkzeuge oder Auslesemöglichkeiten über App/Portal mitliefern, das wäre für meinen Vergleich auch relevant.

Danke schonmal!


3 Antworten
Markus T.
Beiträge: 8
(@markust87)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Aus meiner Sicht als Elektroingenieur mit Fokus auf Fehlerdiagnose würde ich das folgendermaßen angehen:

Erster Schritt: Verflüssigerdruck und Kondensationstemperatur prüfen. Bei hohen Außentemperaturen steigt der Hochdruck, und wenn der Verflüssiger nicht ausreichend Wärme abgeben kann (z.B. wegen Verschmutzung oder zu geringem Luftvolumenstrom), bricht der COP merklich ein. Das ist bei vielen Anlagen im Sommer tatsächlich das häufigste Problem.

Zweiter Punkt: Kältemittelfüllmenge. Ein leichter Unterdruck zeigt sich oft erst bei hohen Lasten – also genau dann, wenn's draußen warm ist.

Dritter Punkt, und das ist tatsächlich herstellerabhängig: Die Auslesemöglichkeiten über App oder Service-Interface unterscheiden sich erheblich. Nibe und Viessmann bieten da relativ gute Protokollfunktionen, andere Hersteller sind da deutlich schlechter aufgestellt. Für deinen Vergleich würde ich das ernsthaft als Kriterium werten – ohne vernünftige Diagnosedaten tappt man bei solchen Abweichungen oft lange im Dunkeln.

Was für eine Anlage ist das genau? Ohne Hersteller und Modell ist das schwer einzugrenzen.


Antwort
ThomasB_198646
Beiträge: 4
(@thomasb_198646)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Kann Markus T. nur zustimmen, Verflüssiger als erstes. Ich track meine Luft-Wasser-WP seit Einzug 2022 monatlich und hab letzten Sommer exakt das gleiche beobachtet – COP-Einbruch über 30°C Außentemp, Ursache war bei mir ein teilweise zugesetzter Außenluftfilter. Klingt banal, aber der Effekt auf den COP war nicht trivial: Ich bin von 3,6 auf unter 2,8 gefallen, nach Reinigung sofort wieder oben. Also wirklich als allererstes den mechanischen Zustand des Außengeräts prüfen bevor man anfängt an Kältemitteldrücken zu zweifeln. Die Herstellerapps sind übrigens wirklich ein Thema – meine gibt mir Drücke nur indirekt über Temperaturen aus, richtige Druckwerte kommen nur über den Servicezugang.


Antwort
L.Weber
Beiträge: 48
(@l-weber)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Interessantes Thema, ich stecke selbst noch in der Planungsphase und kenne das Problem eher vom Hörensagen. Aber eine strukturierte Diagnose klingt genau nach dem, was ich später auch brauchen werde. Ich schau mal ob ich im Forum noch was Passendes find – hier im Erdwärme-Thread ging es auch kurz um Fehlerszenarien, war aber mehr Planungsdiskussion. Bin gespannt was die erfahrenen Leute hier sagen.


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