Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit drei Jahren intensiv mit der Installation und Optimierung von Luft-Wasser-Wärmepumpen, und ein Thema lässt mich gerade nicht los: Wie messe ich die Effizienz meiner Anlage eigentlich verlässlich und nicht nur gefühlt?
Im Sommer läuft die Wärmepumpe ja hauptsächlich für die Warmwasserbereitung, der Heizbetrieb ist quasi null. Gerade deshalb finde ich es interessant, jetzt in der ruhigen Jahreszeit mal systematisch Daten zu sammeln und zu verstehen, was die Anlage wirklich leistet.
Bisher nutze ich nur die Herstellerapps und schaue auf die Anzeige der Steuerung – aber ich weiß nicht, wie valide diese Werte wirklich sind. Gerade bei Schallschutzmaßnahmen habe ich gelernt, dass Herstellerangaben und Realität manchmal weit auseinander liegen. Das misstrauisch stimmt mich auch bei Effizienzwerten.
Konkret interessiert mich:
- Welche externen Energiezähler (mit MID-Zulassung?) nutzt ihr für Strom und Wärmemenge?
- Gibt es unabhängige Apps oder Softwarelösungen, die verschiedene Datenpunkte zusammenführen?
- Lohnt sich ein externer Wärmemengenzähler im Vorlauf, oder reicht der interne Sensor der Anlage?
- Hat jemand Erfahrungen mit Lösungen wie ioBroker, Home Assistant oder ähnlichem für die Datenaggregation?
Würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen teilt – gerne auch mit konkreten Produktnamen oder Setups. Danke!
Ehrlich gesagt: ich würde erstmal hinterfragen, wie viel Aufwand das wirklich wert ist. Die meisten Leute messen ihren Stromzähler am Jahresende und vergleichen mit dem Vorjahr – fertig. Ob du da jetzt Home Assistant drüberbaust oder nicht, ändert an den tatsächlichen Kosten auf der Jahresrechnung nichts. Der ganze Monitoring-Aufwand frisst auch Zeit, und Zeit hat auch einen Preis.
Ich sehe das etwas differenzierter als SkeptikerWP47 – gerade als Ingenieur macht mir das Messen tatsächlich Spaß, und es hat mir schon geholfen Probleme früher zu erkennen. Ich hab bei mir einen Eastron SDM630 Stromzähler verbaut (MID-zertifiziert, ca. 40-50€) und per Modbus an einen Raspberry Pi mit Home Assistant angebunden. Für die Wärmemenge nutze ich einen Sensus PolluTherm Kompakt, den hat mir der Heizungsbauer beim Einbau mit reingemacht.
Der Unterschied zu den Herstellerwerten war bei mir tatsächlich nicht riesig – etwa 5-8% Abweichung beim COP. Aber genau das wollte ich ja wissen: Kann ich dem internen Sensor vertrauen oder nicht?
Was mir Home Assistant zusätzlich bringt: Ich sehe sofort wenn die Anlage ungewöhnlich läuft, z.B. häufigere Starts als normal. Das hab ich auch genutzt als ich damals das Inverter-Problem hatte (hab ich in diesem Thread beschrieben). Insofern für mich klar: externer Zähler ja, lohnt sich.
Mein Tipp: Bei der Angebotseinholung hab ich mir immer mindestens drei bis vier Angebote geholt und die dann in einer Tabelle nebeneinander gelegt. Wichtig ist, dass du nicht nur auf den Preis schaust, sondern auch die Leistungszahlen und Garantien vergleichst. Hat mir viel Ärger erspart! Angebot vergleichen für Wärmepumpen
Gute Frage, Marcus, das ist tatsächlich ein Thema das ich selbst eine Weile umgetrieben hat. Für die Warmwasserbereitung – die bei mir ja der Kern der ganzen Sache ist – setze ich auf einen externen MID-geeichten Wärmemengenzähler im Vorlauf, kombiniert mit einem einfachen Zwischenstecker-Stromzähler (Hichi oder ähnliche). Damit kann ich die JAZ meiner Brauchwasser-WP unabhängig vom Herstellerdisplay berechnen. Hab das auch mal im Vergleichsthread zur Brauchwasser-WP-JAZ beschrieben.
Zur Software: Home Assistant ist aus meiner Sicht die flexibelste Lösung, wenn man bereit ist, sich etwas einzuarbeiten. Es gibt Integrationen für fast alle gängigen WP-Systeme, und man kann daraus saubere Dashboards bauen. ioBroker geht auch, ist aber in meinen Augen etwas unübersichtlicher in der Einrichtung.
Den internen Wärmemengensensor würde ich nur als grobe Orientierung nehmen – wie du sagst, Herstellerwerte und Realität können auseinander liegen. Ein externer Zähler kostet überschaubar und gibt dir wirklich belastbare Zahlen.