Hallo zusammen,
ich plane für den kommenden Winter und beschäftige mich mit der Frage, wie ich meine Luft-Wasser-WP bei extremen Minusgraden am effizientesten betreibe. Momentan nutze ich die warme Jahreszeit für solche Überlegungen, bevor der Ernst des Lebens wieder losgeht.
Meine WP schafft auch bei -15°C noch ordentliche COPs um die 2,0, aber der Stromverbrauch steigt natürlich deutlich. Zusätzlich habe ich einen 9kW E-Heizstab verbaut, den ich bisher nie genutzt habe.
Meine Frage: Ab welcher Außentemperatur macht es wirtschaftlich Sinn, den Heizstab zuzuschalten und die WP zu entlasten? Oder sollte ich die WP immer alleine arbeiten lassen, solange sie noch läuft?
Der aktuelle Strompreis liegt bei mir bei 32ct/kWh. Haus ist KfW55-Standard, 140qm, Fußbodenheizung mit max. 40°C Vorlauf.
Wie handhabt ihr das? Gibt es eine Faustregel oder rechnet ihr das individuell durch?
Danke schonmal für eure Erfahrungen!
Also nach 15 Jahren Erfahrung mit verschiedenen WPs kann ich nur sagen: Lass die Finger vom Heizstab, außer es geht wirklich nicht anders!
Die modernen Geräte sind so ausgelegt, dass sie auch bei -20°C noch vernünftig arbeiten. Wenn du bei -10°C schon den Heizstab anwirfst, verschenkst du jede Menge Geld.
Hab das schon mal bei einem anderen Defrost-Thema durchgerechnet - selbst mit häufigem Abtauen ist die WP noch wirtschaftlicher.
Mein Rat: Heizstab nur als absolute Notreserve bei Ausfall der WP oder wenn sie die Heizlast wirklich nicht mehr schafft. Aber nicht als Effizienz-Optimierung.
Ich seh das komplett anders als die anderen beiden! Bei mir läuft der Heizstab ab -8°C mit, und zwar gezielt.
Warum? Weil die WP bei tiefen Temperaturen zwar noch heizt, aber deutlich mehr arbeitet und verschleißt. Der Heizstab entlastet das System und die WP läuft entspannter.
Klar, rechnerisch ist die WP effizienter. Aber wenn ich den Heizstab nur 10-15 Tage im Jahr brauche, sind die Mehrkosten überschaubar. Dafür hab ich weniger Stress mit der WP und konstante Temperaturen.
Bin aber auch eher der vorsichtige Typ - lieber bisschen mehr Strom als Ärger mit der Technik im tiefsten Winter.
Hey H.Mueller,
gute Frage! Ich hab da auch lange dran getüftelt. Grundsätzlich ist die WP fast immer effizienter als der pure E-Heizstab. Selbst bei COP 2,0 hast du noch doppelte Effizienz gegenüber direkter Elektroheizung.
Bei mir (ähnliches Setup wie deins) schalte ich den Heizstab erst zu, wenn die WP die benötigte Leistung nicht mehr bringt. Also nicht aus Effizienzgründen, sondern aus Leistungsgründen. Das passiert so ab -12°C bis -15°C je nach Wetterlage.
Wenn du wirklich rechnen willst: Heizstab macht nur Sinn, wenn der COP unter 1,0 fällt - und das passiert bei modernen WPs eigentlich nie. Bei eurem KfW55-Standard sollte die WP auch bei extremen Temperaturen noch ausreichen.
Aus rein physikalischer Sicht hat Marco91 recht - die Wärmepumpe ist praktisch immer effizienter als der Heizstab, solange sie einen COP über 1,0 erreicht.
Allerdings gibt es noch andere Faktoren zu bedenken: Verschleiß der WP bei extremen Bedingungen, häufige Abtauzyklen die den realen COP drücken, und mögliche Leistungsengpässe.
Mein Ansatz: Ich lasse die WP bis ca. -10°C alleine arbeiten. Darunter schalte ich den Heizstab als Unterstützung zu, nicht als Ersatz. Das reduziert die Belastung der WP und sorgt für konstantere Temperaturen im Haus.
Bei 32ct/kWh und deinem gut gedämmten Haus würde ich sagen: Lass die WP arbeiten, bis sie wirklich nicht mehr kann. Der Heizstab ist mehr die Notfallreserve.