Gute Frage, und ich kann da aus 8 Jahren Hybridbetrieb einiges berichten.
Die Umschaltlogik läuft bei modernen Systemen vollautomatisch über einen sogenannten Bivalenzpunkt – das ist eine Außentemperatur, unterhalb derer die Gastherme zugeschaltet wird. Bei mir ist das auf etwa -3°C eingestellt, d.h. die Wärmepumpe arbeitet für alles oberhalb davon allein, und die Therme hilft nur bei stärkerem Frost.
Den Bivalenzpunkt kann man in der Regel über die Steuereinheit einstellen, bei manchen Herstellern auch per App. Wichtig ist: "zu früh" Gas dazugeben kostet Geld, zu spät kann die WP überfordert sein und die Vorlauftemperatur bricht ein. Ich hab das hier im Detail beschrieben.
Für einen Neubau mit guter Dämmung würde ich aber ehrlich gesagt hinterfragen, ob Sie überhaupt ein Hybridsystem brauchen. Bei guter Gebäudehülle reicht eine reine WP in aller Regel aus – auch bei -15°C. Der Heizungsbauer verdient an der Gastherme natürlich mehr, das sollte man im Kopf behalten.
Ich würd da mal kritisch nachfragen: Woher kommt eigentlich die Empfehlung des Heizungsbauers für Hybrid im Neubau? In einem gut gedämmten Neubau nach aktuellem GEG haben viele Leute Jahrzehnte lang kein einziges Mal den Bivalenzpunkt unterschritten und die Gastherme läuft quasi nie – außer für Warmwasser vielleicht.
Das bedeutet: Man zahlt für eine zweite Anlage die man kaum braucht, hat doppelten Wartungsaufwand, zwei Gasanschluss-Grundgebühren falls man Gas nicht komplett abklemmt, und die Steuerungslogik kann auch mal falsch eingestellt sein und dann läuft Gas öfter als nötig.
Ich hab das schon in mehreren Fällen gelesen wo die Umschaltstrategie schlecht konfiguriert war und die WP kaum noch zum Zug kam. Die Hersteller geben zwar Standardwerte vor, aber ob die für Ihr konkretes Gebäude passen – das steht auf einem anderen Blatt. Informieren Sie sich gut bevor Sie sich festlegen.