Hallo zusammen,
bin gerade dabei, meine alte Ölheizung zu ersetzen und stehe vor einer schwierigen Entscheidung. Mein Heizungsbauer hat mir zwei Angebote gemacht:
1. Luft-Wasser-Wärmepumpe: 18.000€ komplett installiert
2. Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit Brunnenbohrung: 35.000€ komplett
Das ist schon ein ordentlicher Preisunterschied! Der Heizungsbauer meint, dass die W/W-Wärmepumpe deutlich effizienter ist und ich über die Jahre viel Strom spare. Aber bei 17.000€ Mehrkosten muss ich schon sehr lange sparen, oder?
Mein Haus ist von 1995, gut isoliert, Heizlast ca. 8 kW. Grundwasser ist laut Nachbar in 12m Tiefe verfügbar und genehmigungsfähig. Verbrauch aktuell ca. 2.500L Heizöl pro Jahr.
Wer von euch hat Erfahrungen mit beiden Systemen? Rechnet sich der Mehrpreis wirklich über die Laufzeit? Jetzt im Sommer wäre ein guter Zeitpunkt für die Bohrung, aber ich bin noch unsicher...
Vielen Dank für eure Meinungen!
Thomas
Sehe ich anders als Weber. Die Strompreise steigen weiter, da können aus 30 Cent schnell 40-45 Cent werden. Dann amortisiert sich das schon in 40-45 Jahren, und die W/W läuft bestimmt 25+ Jahre.
Wichtiger Punkt: Die W/W kann im Sommer auch zur Kühlung verwendet werden - das vergessen viele bei der Rechnung. Bei den heißen Sommern wie diesem Jahr ein echter Vorteil! Außerdem ist sie viel leiser als eine Luft-WP.
Qualität der Installation ist bei beiden Systemen entscheidend, aber bei W/W hast du einfach konstantere Bedingungen.
Wenn das Grundwasser stimmt und du langfristig planst, würd ich die W/W nehmen.
Hallo Thomas,
die Rechnung ist eigentlich relativ einfach: Bei deiner Heizlast und dem aktuellen Ölverbrauch würde ich mit einer Luft-WP auf eine JAZ von etwa 3,0-3,5 kommen, bei der W/W-WP auf 4,5-5,0. Das macht bei 8.000 kWh Heizenergie pro Jahr einen Unterschied von ca. 800-1.000 kWh Strom.
Bei 30 Cent/kWh sind das 240-300€ jährliche Ersparnis. Mit 17.000€ Mehrkosten brauchst du also 57-71 Jahre Amortisation - das rechnet sich definitiv nicht!
Dazu kommt: Die W/W-Anlage hat auch höhere Wartungskosten (Pumpen, mögliche Brunnenprobleme). Bei schlechter Einstellung können auch W/W-Anlagen enttäuschende COPs erreichen.
Mein Tipp: Geh mit der Luft-WP, investiere das gesparte Geld lieber in eine PV-Anlage.
Also ich hab das mal durchgerechnet und komme auf ähnliche Werte wie H.Weber. Wirtschaftlichkeit ist oft nicht so rosig wie versprochen.
Dazu kommen Risiken bei der W/W: Brunnen kann verstopfen, Genehmigung kann widerrufen werden, Grundwasserspiegel kann sich ändern. Bei der Luft-WP weißt du was du hast.
17k Mehrkosten sind einfach zu viel für die paar hundert Euro Ersparnis pro Jahr.