Hallo zusammen,
bin mit meiner W/W-Wärmepumpe nicht zufrieden und hoffe auf eure Hilfe. Das System läuft seit Mai 2023, aber die Jahresarbeitszahl kommt einfach nicht an die versprochenen Werte ran.
Die Daten:
- Viessmann Vitocal 300-W, 8 kW
- Versprochene JAZ: 4,5
- Tatsächliche JAZ nach 3 Jahren: 3,2
- Grundwassertemperatur konstant 8-10°C
- Heizkreis läuft mit 35°C VL, 30°C RL
- 150m² EFH, Baujahr 2020, FBH überall
Der Installateur meint, das sei "im Rahmen" und ich solle nicht so kritisch sein. Aber bei den Stromkosten merke ich schon den Unterschied zu dem was mir versprochen wurde. Der Verbrauch liegt bei ca. 4.200 kWh/Jahr statt der kalkulierten 3.000 kWh.
Jetzt wo der Sommer kommt und die WP auch für die Kühlung laufen soll, mache ich mir noch mehr Gedanken. Kann ich da überhaupt noch was optimieren oder muss ich mit den Werten leben?
Hat jemand ähnliche Erfahrungen oder Tipps, wo ich ansetzen könnte? Danke schonmal!
Stefan
Stefan, das kenne ich nur zu gut. Bei mir war's ähnlich - versprochene 4,2, real nur 3,4 erreicht. Nach langem Suchen haben wir mehrere Baustellen gefunden:
1. Hydraulischer Abgleich war mangelhaft - einzelne Räume überheizt, andere zu kalt
2. Pufferspeicher zu klein dimensioniert, dadurch häufige Taktverluste
3. Förderpumpe am Brunnen lief permanent statt bedarfsgerecht
4. Heizkurve viel zu steil eingestellt
Bei dir würde ich zuerst mal die Heizkurve prüfen - 35°C VL klingt für Neubau mit FBH schon recht hoch. Bei uns reichen 28-30°C locker. Und lass dir mal die Laufzeiten der Förderpumpe zeigen, da versteckt sich oft viel Sparpotential.
Der Installateur sollte dir eine detaillierte Analyse machen statt sowas abzuwiegeln. Bei meinem Nachbarn war's übrigens genauso - erst nach Reklamation wurde richtig optimiert.
Stefan, ich seh das kritischer als die Kollegen. JAZ 3,2 bei W/W ist schon deutlich unter dem Soll. Du hast recht, dass du das nicht hinnehmen solltest!
Mein Verdacht: Die Anlage ist überdimensioniert. 8 kW für 150m² Neubau klingt nach zu viel Power. Das führt zu häufigem An/Aus-Betrieb und killt die Effizienz.
Zweiter Punkt: Prüf mal die Grundwasser-Rückgabetemperatur. Wenn die zu warm wird (>15°C), sinkt die Effizienz massiv. Möglicherweise ist der Schluckbrunnen zu nah am Saugbrunnen oder das Grundwasser fließt zu langsam.
Mein Rat: Hol dir 'ne zweite Meinung von einem anderen Fachbetrieb. Die sollen das komplette System durchmessen. Bei solchen Abweichungen ist oft was grundsätzlich falsch geplant oder eingestellt.
3,2 ist tatsächlich nicht dramatisch schlecht, aber bei W/W sollte mehr drin sein. Ich würde zuerst das Monitoring verbessern - hast du alle Verbrauchswerte im Blick?
Wichtige Fragen:
- Läuft die WP im modulierenden Betrieb oder taktet sie oft?
- Wie sind die COP-Werte bei verschiedenen Außentemperaturen?
- Verbrauch der Nebenaggregate (Pumpen, Steuerung) mit erfasst?
Oft liegt's an Details: falsche Regelungsparameter, ungünstige Betriebszeiten oder ineffiziente Umwälzpumpen. Bei der Kühlung im Sommer kannst du übrigens deutlich bessere Werte erreichen - da arbeitet die WP in ihrem optimalen Bereich.