Da muss ich Wolfgang teilweise widersprechen. Pauschale Aussagen sind bei dem Thema schwierig, weil es stark von der individuellen Situation abhängt.
Ich habe sowohl bei unserem sanierten Altbau als auch bei Projekten, die ich betreue, positive Erfahrungen mit moderater Nachtabsenkung gemacht. Entscheidend sind die Parameter: Gebäudedämmung, WP-Dimensionierung und vor allem die Größe der Absenkung.
Bei gut gedämmten Gebäuden und richtig dimensionierten Anlagen kann eine Absenkung von 1-2°C durchaus Sinn machen. Die Einsparungen liegen dann bei 5-15%, je nach Randbedingungen.
Bei PV-Anlagen spielt auch die Eigenverbrauchsoptimierung eine Rolle - nachts wird eh kein Strom produziert.
Bei modernen Wärmepumpen ist die Nachtabsenkung in der Regel nicht empfehlenswert, da diese Geräte am effizientesten arbeiten, wenn sie kontinuierlich eine konstante Temperatur halten können.
Der Grund liegt in der Funktionsweise: Eine Wärmepumpe arbeitet am besten bei geringen Temperaturdifferenzen. Wenn Sie nachts absenken und morgens wieder aufheizen müssen, entstehen höhere Vorlauftemperaturen, was die Effizienz verschlechtert.
Bei unserem KfW40-Neubau haben wir bewusst auf eine Nachtabsenkung verzichtet und fahren konstant 21°C. Der Verbrauch ist dadurch niedriger als bei unserem vorherigen System mit Absenkung.
Mein Rat: Probieren Sie es ohne Nachtabsenkung und messen Sie den Verbrauch über einen längeren Zeitraum.