Hallo zusammen!
Ich überlege seit Monaten, ob ich zu meiner geplanten Wärmepumpe auch gleich eine PV-Anlage installieren soll. Überall liest man, dass der Eigenverbrauch die Rentabilität "drastisch" steigert, aber konkrete Zahlen finde ich kaum.
Meine Situation: Neubau EFH 140m², WP ist schon bestellt (Vaillant aroTHERM plus, 10kW), Inbetriebnahme im Herbst. Jetzt kann ich noch eine 8-10 kWp PV-Anlage aufs Süddach packen, würde aber nochmal 12-15k kosten.
Der Installateur rechnet mir vor: "Mit PV sparen Sie 800-1000€ Stromkosten pro Jahr!" Klingt super, aber ist das realistisch? Gerade im Winter, wenn die WP am meisten läuft, scheint ja kaum die Sonne.
Wer von euch hat schon länger PV + WP am laufen? Wie hoch ist euer tatsächlicher Eigenverbrauch und was spart ihr dadurch wirklich im Jahr? Lohnt sich die Investition oder ist das nur Verkäufergeschwätz?
Danke für eure Erfahrungen!
Marco
Hallo Marco,
wir haben seit 3 Jahren eine 9 kWp PV-Anlage kombiniert mit unserer Luft-WP (12 kW). Die Zahlen vom Installateur sind leider etwas geschönt, aber trotzdem lohnt es sich.
Bei uns sieht die Realität so aus: Von April bis September deckt die PV etwa 70-80% unseres WP-Stromverbrauchs ab. Im Winter wird's dann mager - da schaffen wir maximal 20-30% Eigenverbrauch, weil wie du richtig sagst, wenig Sonne aber hoher Verbrauch.
Unterm Strich sparen wir etwa 650€ pro Jahr an Stromkosten. Dazu kommen noch rund 400€ Einspeisevergütung. Bei 13k Investition amortisiert sich das in etwa 12-13 Jahren - nicht berauschend, aber okay.
Der große Vorteil: Du bist unabhängiger von Strompreissteigerungen. Und im Sommer läuft die WP praktisch kostenlos für Warmwasser.
Kann M.Bachmanns Einschätzung nur bestätigen. Wir sind nach 2 Jahren von 12 auf 8 kWp runter und haben trotzdem fast die gleiche Ersparnis.
Bei den aktuellen PV-Preisen würd ich aber trotzdem zuschlagen. Hab neulich gesehen, dass die Module wieder teurer werden.
Die Wirtschaftlichkeit hängt stark von der Dimensionierung ab. Bei 140m² Neubau mit 10kW WP würde ich maximal 6-7 kWp PV empfehlen, nicht 8-10 kWp.
Grund: Der Eigenverbrauchsanteil sinkt überproportional mit der PV-Größe. Bei zu großer Anlage speist du im Sommer massenweise für 8 Cent ein, kaufst aber im Winter für 35 Cent zu.
Meine Berechnung für deine Konstellation:
- 6 kWp PV: ~65% Eigenverbrauch, 580€ Stromersparnis
- 10 kWp PV: ~45% Eigenverbrauch, 720€ Stromersparnis
Die 4 kWp Mehrleistung kosten aber 4-5k extra für nur 140€ mehr Ersparnis. Das rechnet sich nie.
Tipp: Plane lieber Platz für späteren Speicher oder E-Auto vor.
Also ich hab ne andere Erfahrung gemacht. Wir haben 10kWp PV seit letztem Jahr und ne Vitocal 200-S.
Der Eigenverbrauchsanteil ist höher als M.Richter schreibt, aber das liegt auch an unserem Speicher (10 kWh). Ohne den würd's nicht so gut aussehen. Gerade jetzt im Sommer nutzen wir den Überschuss auch für die Kühlung - das hatte ich anfangs gar nicht aufm Schirm.
Meine Stromrechnung ist von 1800€ auf 900€ gefallen, also 900€ Ersparnis. Dafür hab ich aber auch 18k investiert (mit Speicher). Ohne Speicher wärens nur etwa 500-600€ gewesen.
Fazit: Lohnt sich, aber rechne realistisch mit 600-700€ Ersparnis ohne Speicher.