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Heizkurve ab September neu justieren – woran erkenne ich den richtigen Zeitpunkt?

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Werner-Kessler
Beiträge: 39
Themenstarter
(@werner-kessler)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#186]

Guten Tag zusammen,

ich befasse mich seit kurzem intensiver mit der Steuerungslogik unserer neuen Wärmepumpenanlage und habe dabei festgestellt, dass die Heizkurve offenbar ein dynamisches Element ist, das sich mit den Jahreszeiten verändern sollte. Meine Frage zielt darauf ab, wie man als Einsteiger – und ohne dass man dabei die Heizlastberechnung aus den Augen verliert – den optimalen Übergangspunkt vom Sommer- zum Winterbetrieb praktisch umsetzt.

Wir haben ein Einfamilienhaus mit ca. 120 m² beheizter Fläche, Baujahr 1978, nachträglich gedämmt. Die installierten Heizkörper sind für etwa 35–40 °C Vorlauftemperatur ausgelegt. Im August läuft die Anlage im Minimal-Modus, aber bereits in den kommenden Wochen werden wir ja wieder Heizphasen haben.

Meine Kernfragen:
1. Welche messbaren Indikatoren zeigen mir, dass ich die Heizkurve anpassen sollte?
2. Gibt es Unterschiede in der Anpassung, je nachdem ob ich mit Außentemperatur-Führung oder Raumthermostat arbeite?
3. Worauf muss ich achten, um nicht in ineffiziente Betriebszustände zu rutschen?

Ich würde gerne verstehen, wie die theoretische Heizlastberechnung mit der praktischen Regelung zusammenhängt. Danke für sachliche Hinweise!


4 Antworten
Hans M.
Beiträge: 0
(@wrmepumpenhans67)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hallo Werner, das ist eine sehr gute und strukturierte Frage. Für dein Haus würde ich folgendes empfehlen:

Der richtige Zeitpunkt ist nicht ein fixes Datum, sondern eher dann, wenn die durchschnittliche Außentemperatur dauerhaft unter ca. 15°C fällt – das ist normalerweise Mitte/Ende September, kann aber regional unterschiedlich sein.

Zum Praktischen: Starte mit einer Heizkurve-Steigung von 0,8–1,0 (das ist für Altbauten mit nachträglicher Dämmung oft ein guter Kompromiss). Deine Bezugstemperatur beim Regler sollte auf 20°C eingestellt sein. Dann fahre die Vorlauftemperatur in den nächsten zwei Wochen und beobachte, ob die Räume angenehm warm sind. Zu hohe Vorlauf = höherer Stromverbrauch, zu niedrig = unzufriedene Bewohner.

Die Außentemperatur-Führung ist hier flexibler als der reine Raumthermostat.


Antwort
SkeptikerWP47
Beiträge: 37
(@skeptikerwp47)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Da stimme ich dir zu – aber lass mich ehrlich sein: Die meisten Installateure stellen die Heizkurve einmal ein und berühren sie dann jahrelang nicht mehr. Die Stromrechnung zahlt der Kunde. Bei mir lief die Anlage im ersten Winter mit viel zu hoher Vorlauftemperatur. Erst als ich selbst nachgemessen habe, ist mir aufgefallen, dass ich hätte sparen können. Mein Tipp: Fang im September mit einer konservativen Steigung an (ca. 0,6–0,7) und notiere zwei Wochen lang täglich die Außentemp und deine Heizkörpertemperaturen. Dann siehst du schnell, ob es passt oder nicht. Die ganzen Versprechungen vom "optimalen COP" sind oft Märchen – im echten Leben brauchst du einfach einen Rückkopplungsprozess.


Antwort
Leon B.
Beiträge: 26
(@leon-brauer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Kurz und prägnant: Starte Ende August mit kleinen Testläufen, dann kannst du ab September ohne Stress optimieren.


Antwort
Thomas K.
Beiträge: 15
(@thomask30)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Werner, ich bewundere deine Herangehensweise. Ein wichtiger Punkt, den ich in solchen Diskussionen oft vermisse: Die Heizlastberechnung nach EN 12831 sagt dir nur, welche maximale Vorlauftemperatur du an einem Auslegungstag (z.B. –12°C) brauchst. Das bedeutet nicht, dass du diese Temperatur permanent fahren solltest.

Für die Regelung im Übergangszeitraum: Nutze Wetterdaten oder eine gleitende Durchschnittstemperatur (nicht die aktuelle Außentemp). Das reduziert unnötige Oszillationen. Deine Heizkörper sind für 35–40°C ausgelegt – das ist ein großer Vorteil! Das heißt, du kannst mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten und sparst damit dauerhaft Strom.

Mein Rat: Starte im September mit 1,0er Steigung und senke dann schrittweise auf 0,7–0,8 ab, sobald die Räume stabil beheizt sind.


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