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PV + Wärmepumpe fürs Reihenhaus: Welches System passt zusammen?

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Marco K.
Beiträge: 27
Themenstarter
(@marco98)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#127]

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und stecke gerade mitten in der Planung meiner ersten Wärmepumpe. Wir haben ein Reihenhaus aus den 90ern, ca. 120qm Wohnfläche, und ich möchte das Ganze gleich zusammen mit einer PV-Anlage (ca. 7-8 kWp, mehr Dachfläche hab ich leider nicht) umsetzen.

Meine Hauptfrage ist eigentlich: Wie bringe ich das sinnvoll zusammen? Also konkret – welche Wärmepumpe lässt sich gut über PV-Überschuss steuern, speziell für die Warmwasserbereitung? Im Sommer läuft die Heizung ja kaum, aber das Warmwasser brauchen wir natürlich trotzdem täglich. Da würde ich den Solarstrom gerne maximal nutzen anstatt ihn für ein paar Cent einzuspeisen.

Bei den Herstellern blick ich ehrlich gesagt noch nicht ganz durch. Vaillant, Bosch, Nibe, Viessmann – alle versprechen tolle Effizienzwerte und einfache PV-Integration. Aber was davon funktioniert in der Praxis wirklich unkompliziert? Gibt es Systeme, die nativ mit einem Energiemanager kommunizieren, ohne dass man dafür einen Elektriker oder Programmierer braucht?

Zusätzlich überlege ich ob ein separates Brauchwasser-Wärmepumpengerät sinnvoller wäre als alles über die Haupt-WP laufen zu lassen. Habt ihr da Erfahrungen?

Freue mich über jeden Tipp, auch gerne konkrete Hersteller-Empfehlungen aus der Praxis. Danke schonmal!


6 Antworten
Klaus H.
Beiträge: 8
(@klaushermann25)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Ich betreibe seit über 12 Jahren eine Sole-Wasser-WP, also etwas anderes als du planst, aber zur Warmwasserfrage kann ich trotzdem was beitragen.

Bei uns läuft die Warmwasserbereitung seit Jahren über ein festes Zeitfenster mittags wenn die Sonne am stärksten ist – das haben wir damals noch manuell eingestellt bevor es diese ganzen smarten Energiemanager gab. Funktioniert erstaunlich gut. Ob das mit deiner PV-Anlage optimal ist hängt natürlich davon ab wie groß dein Speicher ist und ob du einen Batteriespeicher planst.

Meine Erfahrung: Für Warmwasser würde ich auf jeden Fall einen ausreichend großen Pufferspeicher einplanen, mindestens 200-300L für WW allein. Dann kann die WP morgens oder mittags auf Vorrat produzieren und ihr habt abends noch warmes Wasser ohne dass die WP wieder anlaufen muss. Das schont auch die Anlage – die Taktraten sind beim WW-Betrieb oft höher als bei der Heizung, das ist auf Dauer nicht gut für den Kompressor.


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Kritikus_78
Beiträge: 45
(@kritikus_78)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Willkommen im Forum. Ich würde erstmal vorsichtig sein mit den Herstellerversprechen zur PV-Integration – das klingt in den Prospekten oft viel einfacher als es in der Praxis ist. "Nativ kommunizieren" bedeutet bei vielen Herstellern: ein teures Zusatzmodul kaufen, das dann halbgar funktioniert.

Zum eigentlichen Effizienzthema: Im Sommer ist die WP für Warmwasser ohnehin die Schwachstelle, weil die Vorlauftemperaturen hoch sein müssen. JAZ-Werte die Hersteller angeben beziehen sich meistens auf Jahreswerte mit optimalen Bedingungen – was die WP im Hochsommerbetrieb nur für WW leistet ist oft deutlich schlechter. Das hab ich auch im JAZ-Thread hier schon diskutiert.

Eine separate Brauchwasser-WP finde ich für deinen Fall eigentlich interessanter – die lässt sich meistens leichter per SG-Ready Signal oder einfachem Zeitprogramm auf PV-Überschuss trimmen. Und die Hauptanlage muss nicht für jede Dusche anlaufen.


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H.Kellner
Beiträge: 38
(@h-kellner)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Aus der Praxis als Servicetechniker kann ich sagen: Die separate Brauchwasserwärmepumpe ist für euren Anwendungsfall wirklich oft die bessere Wahl. Ich warte beide Varianten regelmäßig und die kombinierten Systeme haben eindeutig mehr Fehlerquellen wenn Warmwasser und Heizung über eine Anlage laufen.

Zur PV-Integration konkret: SG-Ready Kontakt ist Pflichtpflicht bei der Auswahl, da gebe ich Kritikus_78 recht. Aber Vorsicht – "SG-Ready" ist nur eine Schnittstelle, die Logik dahinter programmiert entweder ihr Energiemanager oder die WP selbst. Manche Geräte reagieren träge oder schalten nur in bestimmten Betriebsmodi auf den Überschuss-Befehl um. Das merkt man oft erst nach ein paar Wochen Betrieb.

Was ich im Sommer bei Servicebesuchen immer wieder sehe: Anlagen die nicht richtig auf PV-Überschuss eingestellt sind und einfach starr nach Zeitprogramm laufen. Da verschenkt man bares Geld. Lasst euch das vom Installateur beim Erstinbetriebnahme-Termin unbedingt zeigen und dokumentieren – und prüft selbst nach ob es klappt.

Für 120qm Reihenhaus reicht eine 5-6kW Luft-WP normalerweise locker, da würde ich nicht überdimensionieren.


Antwort
L.Fischer
Beiträge: 54
(@l-fischer)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hey Marco, ich bin quasi in der gleichen Situation – 28, erstes Eigenheim, PV + WP soll alles zusammenpassen. Ich hab mich die letzten Monate intensiv damit beschäftigt.

Bei der PV-Kopplung für Warmwasser läuft es bei den meisten Systemen auf SG-Ready raus – das ist quasi der Standard und wird von fast allen neueren WP-Modellen unterstützt. Vaillant arotherm+ und Nibe F2120 hab ich beide näher angeschaut, beide können das. Nibe hat meiner Einschätzung nach die flexiblere App-Steuerung, Vaillant ist einfacher in der Bedienung.

Die separate Brauchwasser-WP (z.B. Stiebel Eltron WWK oder Atlantic Calypso) finde ich für Reihenhäuser interessant weil du die unabhängig von der Heizanlage steuern kannst. Im Sommer macht das wirklich Sinn – die läuft einfach wenn die PV liefert. Ich hab dazu auch den Solarthermie-Thread hier gelesen, da kam auch raus dass eine zweite Wärmequelle oft mehr Aufwand als Nutzen bringt. Brauchwasser-WP ist da eleganter.


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