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Nachtabsenkung sinnvoll programmieren – lohnt sich das wirklich?

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Klaus H.
Beiträge: 8
Themenstarter
(@klaushermann25)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#62]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade damit, ob und wie ich meine Wärmepumpe mit einer Nachtabsenkung schlauer machen kann um Stromkosten zu sparen. Ich hab vor ein paar Monaten eine Luft-Wasser-WP einbauen lassen und bemerke dass der Stromverbrauch nachts eigentlich ähnlich hoch ist wie tagsüber, obwohl wir ja schlafen und die Räume nicht genutzt werden.

Jetzt hab ich gelesen dass man die Vorlauftemperatur nachts absenken kann und dadurch Strom sparen kann. Aber gleichzeitig hab ich auch gelesen dass das bei modernen WPs mit Flächenheizung eher kontraproduktiv ist, weil die Anlage morgens wieder so viel hochheizen muss dass man gar nichts spart.

Meine Situation: Einfamilienhaus, Baujahr ca. 2010, Fußbodenheizung im EG, Heizkörper im OG. WP läuft seit November letzten Jahres.

Konkret meine Fragen:
- Wie viel spart man realistisch durch Nachtabsenkung, hat jemand echte Zahlen?
- Macht das im Sommer überhaupt Sinn, wenn die WP eh kaum heizt?
- Gibt es smarte Steuerungen die das automatisch optimieren?
- Ist die Kombination Fußboden + Heizkörper dabei problematisch?

Bin gespannt auf eure Erfahrungen, Theorie hilft mir da weniger weiter als echte Praxiswerte.

Viele Grüße, Klaus


4 Antworten
Thomas-Krger
Beiträge: 36
(@thomas-krger)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Hallo Klaus,

das ist ein Thema das mich auch schon länger beschäftigt. Ich hab mich da intensiver mit den Zahlen auseinandergesetzt und kann dir sagen: pauschal lässt sich das wirklich nicht beantworten.

Das grundsätzliche Problem bei der Nachtabsenkung mit Wärmepumpe ist die Effizienz beim Wiederaufheizen. Eine WP arbeitet am effizientesten wenn sie kontinuierlich auf niedrigem Niveau läuft. Wenn du nachts stark absenkst und morgens um 6 Uhr wieder auf 21°C hochheizt, muss die Anlage mit höherer Vorlauftemperatur arbeiten – und genau da bricht der COP ein.

Bei deiner Kombination aus FBH und Heizkörpern wird's noch komplizierter, weil die Zeitkonstanten sehr unterschiedlich sind. FBH reagiert träge, Heizkörper schnell. Das macht eine sinnvolle gemeinsame Absenkstrategie schwierig.

Ich hab mir damals für ähnliche Überlegungen angesehen wie man Jahreskosten methodisch richtig vergleicht – das hilft auch hier, denn ohne saubere Vorher-Nachher-Messung weißt du nie ob du wirklich gespart hast. Hab dazu schon was im Thread Jahreskosten statt Anschaffungspreis vergleichen - richtige Methode? geschrieben.

Kurzfassung: Im Sommer jetzt im Juli bringt dir das Thema fast nichts, da läuft die WP wenn überhaupt nur für Warmwasser. Das wäre eher ein Thema für Oktober/November wenn du anfängst zu heizen.


Antwort
Klaus_195219
Beiträge: 41
(@klaus_195219)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Also ich bin da ehrlich gesagt skeptisch ob sich der ganze Aufwand lohnt. Ich hab selbst lange überlegt ob ich da was optimiere, aber letztendlich ist der mögliche Spareffekt im einstelligen Prozentbereich und dafür muss man die Anlage gut kennen und auch regelmäßig nachjustieren wenns nicht passt.

Was mich dabei immer stört: die meisten Leute messen gar nicht richtig nach ob sie tatsächlich sparen oder nur glauben es zu tun. Gefühltes Sparen ist keine Verbrauchsoptimierung.

Im Juli jedenfalls ist das doch komplett egal, oder? Die WP heizt doch kaum. Stell die Frage nochmal im Oktober, dann macht das mehr Sinn sich damit zu beschäftigen. Jetzt im Hochsommer würde ich das erstmal hinten anstellen und eher schauen ob der Hitzeschutz bei dir klappt – das brennt doch aktuell viel mehr unter den Nägeln.


Antwort
R.Hoffmann80
Beiträge: 10
(@r-hoffmann80)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Kurz und knapp: Nachtabsenkung bei WP mit FBH lohnt sich nur wenn sie wirklich moderat ist, maximal 2-3 Kelvin Vorlauf. Alles drüber kostet dich beim Wiederanfahren mehr als du gespart hast. Heizkörper im OG zusätzlich macht die Sache komplizierter – da würde ich die Heizkörperkreise eventuell separat stärker absenken als den FBH-Kreis, sofern deine Steuerung das hergibt.


Antwort
MarkusT84
Beiträge: 44
(@markust84)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich seh das etwas anders als Thomas oben. Bei mir funktioniert die Nachtabsenkung durchaus, aber ich hab einen Neubau mit ausschließlich FBH – keine Heizkörper. Das ist halt der entscheidende Unterschied.

Die Theorie stimmt natürlich: kontinuierlicher Betrieb ist effizienter. Aber in der Praxis merkst du dass nachts einfach weniger Verluste entstehen weil alle schlafen, Türen zu sind usw. Meine Absenkung ist auch moderat – ich gehe von 20,5°C auf 18°C Raumtemperatur, das entspricht einer Vorlaufabsenkung von vielleicht 3-4 Kelvin. Das ist keine Schockabsenkung.

Meine gemessenen Zahlen aus letztem Winter (grob aus dem Kopf): ca. 8-12% weniger Stromverbrauch gegenüber Dauerbetrieb auf gleichem Niveau. Das klingt erstmal nicht viel, aber über eine ganze Heizperiode sind das bei mir gut 180-220 kWh.

Deine Mischinstallation FBH+Heizkörper ist tatsächlich das kniffligste daran. Ich würde da mit der Absenkung vorsichtig sein und wenn dann nur sehr moderat anfangen. Vielleicht 1-2 Kelvin Vorlauf weniger und schauen was passiert. Ohne Monitoring wirst du aber nie wissen ob du wirklich sparst.


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