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Solarthermie zusätzlich zur WP – sinnvoll oder doppelt gemoppelt?

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L.Fischer
Beiträge: 48
Themenstarter
(@l-fischer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#47]

Hallo zusammen,

ich plane gerade meine Heizungsanlage neu und bin schon seit einigen Wochen am Grübeln, ob ich zusätzlich zur Wärmepumpe noch Solarthermie verbauen soll. Aktuell habe ich eine alte Gastherme, die ich ersetzen will – soweit so klar. Für die WP hab ich mich schon so gut wie entschieden, wahrscheinlich Luft-Wasser.

Jetzt ist meine Frage: Macht Solarthermie in Kombination überhaupt noch Sinn, oder ist das heute eher ein Relikt aus der Zeit vor PV und moderner WP-Technik? Ich lese da wirklich widersprüchliche Meinungen. Manche sagen, Solarthermie für Warmwasser im Sommer entlastet die WP deutlich und verbessert die Jahresbilanz. Andere meinen, der Mehraufwand (zweites System, Wartung, Druckausdehnungsgefäß usw.) lohnt sich nicht mehr, besonders wenn man sowieso eine Brauchwasser-WP oder PV hat.

Bei mir: Südausrichtung, Dach gut geeignet, Haushalt mit 3 Personen. PV habe ich noch keine, überlege aber parallel. Im Sommer läuft die WP ja ohnehin fast nur für Warmwasser, da frag ich mich, ob Solarthermie da wirklich was bringt oder ob sie einfach nur Geld und Platzt kostet.

Hat jemand das konkret umgesetzt und kann aus eigener Erfahrung berichten? Gerade jetzt im Juni, wo die Sonne viel Ertrag liefern würde, denke ich besonders drüber nach. Freue mich auf eure Einschätzungen!

Grüße, L. Fischer


2 Antworten
S.Weber85
Beiträge: 12
(@s-weber85)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Kurz gesagt: Ich würde heute keine Solarthermie mehr dazubauen, wenn PV eine Option ist. Zwei getrennte Systeme bedeuten doppelte Wartung, doppelte potenzielle Fehlerquellen und der hydraulische Mehraufwand ist nicht zu unterschätzen. Ich hab mich mit ähnlichen Fragen schon öfter beschäftigt, auch z.B. beim Thema Kältemittel und Systemauslegung (R290 (Propan) als Kältemittel bei W/W-WP – macht das Sinn?) – da merkt man, wie komplex Systemkombinationen werden können.

Solarthermie hatte ihre Hochzeit, bevor PV so günstig wurde. Heute würde ich die Dachfläche lieber für PV nutzen und die Überschussstrom-Steuerung in Richtung Warmwasser optimieren. Bei 3 Personen und gut ausgerichtetem Dach holst du im Sommer mit PV + Brauchwasser-WP eigentlich alles raus, was Solarthermie auch könnte – ohne ein zweites hydraulisches System im Keller.

Wenn du wirklich keine PV willst, kann Solarthermie ein gangbarer Weg sein. Aber dann würd ich zumindest einen Fachbetrieb rechnen lassen, ob sich das bei deiner Situation amortisiert.


Antwort
Helmut K.
Beiträge: 16
(@h-krause)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Da muss ich S.Weber85 ein bisschen widersprechen – oder zumindest ergänzen. Es stimmt schon, dass PV+WP heute oft die elegantere Lösung ist, aber Solarthermie ist nicht pauschal sinnlos. Kommt eben drauf an.

Ich hab mich intensiv mit WW-Bereitung und PV-Überschuss beschäftigt (auch hier im Forum, z.B. WW-Bereitung per WP + PV: Wann lohnt sich Überschussladung wirklich?) und das Fazit war: Überschussladung klingt gut, hat aber ihre Tücken. Bei kleiner PV-Anlage und hohem WW-Bedarf kann Solarthermie tatsächlich stabiler liefern, weil sie direkt thermisch arbeitet und nicht den Umweg über Strom-zu-Wärme nimmt.

Alerdings – und das ist der kritische Punkt – der Aufwand und die Kosten für die Einbindung in den Heizkreis sind nicht trivial. Kombispeicher, Regelungstechnik, Stillstandsproblematik im Sommer wenn der Speicher voll ist... das macht das System anfälliger. Für einen Neubau oder komplette Sanierung mit ohnehin offenem Keller kann es sich rechnen. Als Nachrüstlösung zu einer fertigen WP-Anlage eher selten.

Mein Rat: Lass beides durchrechnen, aber schau dir besonders die Gesamtkosten über 20 Jahre an, nicht nur die Investition.


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