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Wetterprognose-API für automatische Heizkurvenanpassung – wer macht das?

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SkeptikJAZ42
Beiträge: 51
Themenstarter
(@skeptikjaz42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#122]

Hallo zusammen,

ich grübel schon seit ein paar Wochen über eine Idee nach und wollte mal fragen ob hier jemand sowas schon umgesetzt hat.

Grundgedanke: Die Heizkurve meiner WP wird ja klassisch über die aktuelle Außentemperatur geregelt. Aber was wenn man das um einen Tag vorausschauend macht? Wenn also morgen früh laut Prognose ein kälterer Tag kommt, könnte die WP schon heute Nacht die Vorlauftemperatur leicht anheben und das Haus vorladen – oder umgekehrt bei prognostiziertem Wärmeeinbruch rechtzeitig runterregeln.

Ich hab grob nachgeschaut und es gibt ja kostenlose Wetter-APIs (OpenMeteo, Open-WeatherMap usw.) die Stundenwerte für die nächsten 24-48h liefern. Technisch müsste man das dann per Script (Python? Node-RED?) abfragen und über eine Schnittstelle an die WP weitergeben.

Meine Fragen:
1) Hat das hier schon jemand konkret umgesetzt, am besten mit WP-Direktanbindung und nicht nur über einen Smarthhome-Hub?
2) Welche API ist da am stabilsten / zuverlässigsten für D-A-CH?
3) Macht das wirklich einen messbaren Unterschied in der JAZ oder ist das nur Spielerei?

Ich bin generell skeptisch ob der Aufwand lohnt, aber der Gedanke lässt mich nicht los. Aktuell im Hochsommer bringt das natürlich erstmal nichts, aber für den Herbst würd ichs gerne vorbereiten. Freue mich über Erfahrungen!


2 Antworten
AltbauSkepsis44
Beiträge: 52
(@altbauskepsis44)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ehrlich gesagt bin ich da auch skeptisch – nicht weil die Idee schlecht ist, sondern weil ich glaube dass viele den Aufwand unterschätzen. Hab mich in einem anderen Kontext schon intensiv mit der Frage beschäftigt wie viel man durch Optimierungen wirklich rausholen kann (z.B. im Thread LW-WP vs. Sole-WP: Wie rechnet ihr die Gesamtkosten über 20 Jahre?) – und da zeigt sich oft: die großen Hebel sind woanders.

Das Problem bei der API-Lösung ist meiner Einschätzung nach weniger die Technik, sondern die Trägheit des Systems. Ein gut gedämmtes Haus reagiert ohnehin sehr langsam auf Außentemperaturen, da bringt dir ein 24h-Vorausschauen vielleicht 0,2K Vorlaufoptimierung. Schlecht gedämmter Altbau? Da ist die Heizkurve das geringste Problem.

Für Herbst/Winter könnte es bei einem Massivhaus mit viel thermischer Masse vielleicht was bringen. Aber messbarer JAZ-Unterschied? Ich wär überrascht wenn der über 1-2% liegt. Wenn du trotzdem Spaß dran hast das umzusetzen, dann mach es – aber mit realistischen Erwartungen.


Antwort
S.Weber85
Beiträge: 12
(@s-weber85)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das Konzept gibt's tatsächlich, nennt sich prädiktive Regelung oder MPC (Model Predictive Control). OpenMeteo ist für D-A-CH meiner Erfahrung nach die stabilste kostenlose Option, gute Auflösung und kein API-Key nötig.

Umsetzung über Node-RED ist realistisch, hab das selbst ähnlich aufgebaut – allerdings nicht für die Heizkurve direkt, sondern für Betriebszeiten. Für die direkte Heizkurvenanpassung brauchst du eine beschreibbare Schnittstelle zur WP (Modbus, CAN oder herstellerspezifische API). Das ist der eigentliche Flaschenhals, je nach Gerät mühsam oder unmöglich.

Dem AltbauSkepsis44 geb ich teilweise recht: der Effekt ist bei gut modulierenden WP tatsächlich überschaubar, weil die eh schon witterungsgeführt reagieren. Interessanter wird's wenn du das mit PV-Prognosen kombinierst – also nicht nur Außentemp vorausschauen, sondern gleichzeitig planen wann billig/viel Strom da ist. Das gibt dem ganzen erst echten Mehrwert.


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