Hallo zusammen,
ich bin gerade in der Phase, mein Haus energetisch zu bewerten und möchte gerne verstehen, wie ich seriös entscheide: lohnt sich eine Wärmepumpe jetzt schon, oder sollte ich erst dämmen?
Mein Haus ist von 1978, Heizlast aktuell ca. 18 kW. Ich habe verschiedene Angebote und Gutachten bekommen – die Zahlen sind sehr unterschiedlich. Der eine Handwerker sagt, die WP könnte direkt rein, der andere meint, erst sanieren, dann WP. Auch bei den Kosten: Neubau-ähnliche Effizienz verspricht mir niemand, aber wie realistisch ist denn eine JAZ von 3,2 im unsanierten Bestand wirklich?
Mich interessiert vor allem: Wie rechne ich das selbst nach? Welche Kosten pro kW Heizlast, und wie lange der Amortisationszeitraum? Und: Spielt es eine Rolle für die Aufstellung und den Schallschutz, ob das Haus später noch gedämmt wird? Ich möchte nachhaltig heizen, aber auch wirtschaftlich bleiben.
Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht – Sanierung vs. sofort Wärmepumpe im Altbau?
Danke für Input!
Hans, gute Frage – das ist genau die Knacknuss bei der Planung. Ich arbeite gerade an einer ähnlichen Kalkulation und habe dabei folgendes Schema gelernt:
Die JAZ im unsanierten Bestand sinkt mit höherer Heizlast exponentiell – bei 18 kW realistisch eher 2,8–3,1, nicht 3,2+. Das sollte dein Gutachter transparent machen. Für die Amortisation rechnest du: Investition ÷ (Energiekosteneinsparung pro Jahr) = Jahre. Mit aktuellen Strompreisen und Gaspreisen sind das bei dir wahrscheinlich 12–16 Jahre.
Wichtig: Eine kleine WP (z.B. 8 kW) mit modernem Schallschutz von Anfang an aufgestellt lässt sich später prima mit verbesserter Dämmung »füttern« – die Aufstellung wird dann nicht zum Problem. Umgekehrt: erst sanieren, dann WP planen, ist teurer, aber die WP läuft hinterher effizienter.
Mein Tipp: Lass dir konkrete Szenarien durchrechnen (unsaniert + WP jetzt vs. saniert + WP in 5 Jahren). Die Differenz ist oft kleiner, als man denkt.