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Überdimensionierte WP statt Dämmung - warum rät Berater ab?

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L.Weber39
Beiträge: 22
Themenstarter
(@l-weber39)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#35]

Hallo zusammen,

stehe vor einer Entscheidung bei meinem 80er Jahre Haus. Der Energieberater sagt mir ganz klar: erst Dämmung der Außenwände und neue Fenster, dann kann ich über eine Wärmepumpe nachdenken. Das würde aber bedeuten, dass ich die ganzen Sommermonate mit Gerüst und Handwerkern verbringen müsste, bevor ich nächstes Jahr an die WP denken kann.

Meine Idee: Warum nicht gleich eine größere Luft-Wasser-WP einbauen, die auch mit den höheren Vorlauftemperaturen klarkommt? Dann könnte ich mir die 25.000€ für die Dämmung sparen und hätte trotzdem eine funktionierende Heizung. Bei den aktuellen Zinsen würde ich das gesparte Geld lieber anderweitig anlegen.

Der Berater meint, das würde sich nicht rechnen wegen der Stromkosten. Aber wenn ich 25k weniger ausgebe, kann ich doch jahrelang höhere Stromrechnungen verkraften, oder? Hat jemand Erfahrung damit gemacht? Vielleicht sogar jemand, der es trotz Beratung anders gemacht hat?

Danke für eure Einschätzungen!


3 Antworten
Sarah96
Beiträge: 23
(@sarah96)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Sorry, aber das ist eine typische Milchmädchenrechnung! Hab selbst 'ne unsanierte Bude aus den 70ern und kann dir sagen: ohne vernünftige Dämmung wird jede WP zum Stromfresser.

Die 25k Mehrkosten holst du nie wieder rein, weil deine Heizkosten einfach durch die Decke gehen. Außerdem: im Sommer ist doch eh die beste Zeit für Dämmarbeiten. Würd ich definitiv machen.


Antwort
Klaus_1952
Beiträge: 29
(@klaus_1952)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Hm, verstehe deinen Gedankengang, aber der Berater hat schon recht. Ich hab vor zwei Jahren eine ähnliche Situation gehabt und mich trotz Mehrkosten für die Dämmung entschieden. Der Punkt ist: eine überdimensionierte WP arbeitet nicht nur ineffizient, sondern taktet auch ständig. Das bedeutet mehr Verschleiß und frühere Reparaturen.

Bei meinem Angebotevergleich damals haben mir mehrere Installateure erklärt, dass sie ungern überdimensionierte Anlagen installieren, weil die Kunden später unzufrieden sind. Die Heizkosten sind nur ein Teil der Rechnung - Komfort und Lebensdauer sind mindestens genauso wichtig.


Antwort
Klaus-Weber
Beiträge: 24
(@klaus-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Da muss ich den Vorrednern zustimmen. Aus technischer Sicht ist das keine gute Idee. Eine überdimensionierte Wärmepumpe hat mehrere Nachteile: schlechtere Arbeitszahlen durch häufiges Ein- und Ausschalten, ungleichmäßige Raumtemperaturen und höherer Verschleiß der Komponenten.

Dazu kommt: bei einem ungedämmten 80er Jahre Haus brauchst du wahrscheinlich Vorlauftemperaturen von 60-65°C. Selbst eine große Luft-Wasser-WP erreicht bei Außentemperaturen unter 0°C nur noch eine Arbeitszahl von etwa 2,0. Das ist kaum besser als eine Elektroheizung. Bei meinen Projekten rate ich immer: erst die Gebäudehülle optimieren, dann die Anlagentechnik anpassen.


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