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PV-Überschuss automatisch für WP nutzen – welche Logik steuert ihr?

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ThomasK
Beiträge: 45
Themenstarter
(@thomask)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#119]

Hallo zusammen,

ich betreibe seit 2019 eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Neubau und habe dazu eine PV-Anlage mit Speicher. Die Eigenverbrauchsoptimierung ist bei mir das große Thema – gerade jetzt im Sommer, wo die PV richtig Gas gibt und die Heizung kaum läuft.

Meine aktuelle Situation: Ich habe die WP über das Hersteller-Gateway ins Smart Home eingebunden und steuere den Warmwasserbetrieb schon grob nach Solarertrag. Aber ehrlich gesagt ist das noch sehr manuell und unzuverlässig. Was ich eigentlich möchte: Wenn die PV-Anlage einen definierten Überschuss liefert (z.B. >1,5 kW über eine bestimmte Zeit), soll die WP automatisch den Warmwasserspeicher nachladen oder die Kühlfunktion aktivieren – und das alles ohne dass ich jeden Morgen selbst nachschauen muss.

Meine Fragen an euch:
- Welche Steuerungslogik nutzt ihr konkret? Schwellenwert-basiert, prognosebasiert, oder irgendwas anderes?
- Habt ihr das über Hersteller-Tools gelöst oder mit eigenen Skripten (Home Assistant, ioBroker o.ä.)?
- Gibt es Fallstricke, die ich bedenken sollte, wenn die WP im Sommer quasi nur für Warmwasser und gelegentlich Kühlung läuft?

Besonders interessiert mich, ob jemand Erfahrungen mit der Kombination aus PV-Wechselrichter-API und WP-Steuerung hat – also wo beide Geräte wirklich miteinander "reden". Beim Heizen im Winter macht das Sinn, aber wie handhabt ihr das im Sommer?

Freue mich auf eure Erfahrungen!

Thomas


3 Antworten
WpSkeptiker4764
Beiträge: 40
(@wpskeptiker4764)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich bin da etwas skeptisch, was die Herstellerlösungen angeht. Die meisten WP-Gateways sind in meiner Erfahrung eher Datensammler für den Hersteller als wirklich nützliche Steuerungstools – hab das im Kontext anderer Probleme schon öfter beobachtet.

Konkret zum Thema PV-Kopplung: Der Schwellenwert-Ansatz klingt simpel, hat aber eine echte Schwachstelle. Wenn deine WP im Sommer nur noch für Warmwasser läuft, startet sie eventuell sehr häufig für kurze Zyklen – genau dann, wenn mal ein paar Minuten Sonne scheint. Je nach Modell und Mindestlaufzeitvorgabe kann das zu erhöhtem Verschleiß führen. Das wird in den meisten Ratgeberartikeln so nicht erwähnt.

Prognosebasierte Steuerung (also auf Basis von Wettervorhersage-APIs) klingt erstmal schlauer, ist aber auch fehleranfälliger. Ich würde mindestens auf eine Mindestlaufzeit von 30-45 Minuten achten und den Schwellenwert eher großzügig setzen, bevor ich auf Herstellerversprechen zur "intelligenten" Regelung vertraue. Habt ihr mal nachgeschaut was euer spezifisches Modell an Mindeststartzyklen verträgt?


Antwort
Tim_1991
Beiträge: 39
(@tim_1991)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Interessantes Thema, das beschäftigt mich gerade auch – wenn auch aus etwas anderer Perspektive. Ich stecke noch in der Planungsphase für unser EFH und hab mich zuletzt viel mit der Kühlfunktion beschäftigt (hab dazu auch schon im Thread über Verbrauchsdaten bei der Kühlung geschrieben).

Was ich bisher recherchiert habe: Viele Home-Assistant-Nutzer setzen auf eine Kombination aus Modbus-Anbindung der WP und einer direkten API-Abfrage des Wechselrichters. Dann baut man sich eine Automatisierung, die z.B. alle 5 Minuten den aktuellen Überschuss prüft und bei stabilem Wert über einem Schwellenwert den Warmwassermodus aktiviert. Der Vorteil: Du bist unabhängig von Herstellertools, die oft sehr eingeschränkt sind.

Das mit dem "stabilen Wert über eine Zeit" ist übrigens wichtig – sonst springt die WP bei jeder Wolke an und aus, was dem Kompressor nicht gut tut. Ob das bei eurer konkreten Anlage so einfach umsetzbar ist, kann ich nicht sagen, ich hab das selbst noch nicht in der Praxis. Aber vielleicht hilft der Ansatz als Denkanstoß.


Antwort
H.Weber
Beiträge: 42
(@h-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Bei meiner Sole-Wasser-WP ist die Situation im Sommer etwas anders, aber die grundsätzliche Frage zur PV-Kopplung kenne ich gut. Was bei mir seit Jahren zuverlässig funktioniert: ein fester Zeitblock für Warmwasser mittags, der einfach in den Stunden mit höchstem PV-Ertrag liegt – simpel, aber effektiv. Keine API, kein Skripting, kaum Fehlerquellen.

Den Punkt von WpSkeptiker4764 zu den Kurztaktungen würde ich unterstreichen. Gerade im Sommer, wenn die thermische Last klein ist, lohnt es sich, die Speichertemperatur höher zu fahren wenn die Sonne scheint – also lieber einmal ordentlich nachladen statt dreimal kurz. Das schont die Anlage und der Speicher puffert dann auch ein paar Stunden.


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