Hallo zusammen,
ich plane gerade die Integration einer kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung (KWL) in mein Sanierungsprojekt und bin auf die Idee eines Erdwärmetauschers (auch Erdkollektor genannt) gestoßen, der der KWL vorgelagert werden soll.
Die Theorie ist ja verlockend: Im Winter würde die kalte Außenluft durch Rohre im Erdreich vorgekühlt bzw. vorgewärmt, im Sommer gekühlt werden – bevor sie in die KWL-Anlage kommt. Das soll die JAZ verbessern und die Effizienz der gesamten Anlage erhöhen.
Aber ehrlich: Ich frage mich, ob der Aufwand (Erdarbeiten, zusätzliche Rohre, komplexere Steuerung) sich wirklich rechnet. Wie sind eure praktischen Erfahrungen? Hat jemand einen Erdwärmetauscher vor der KWL installiert und kann reale Daten zu Effizienzgewinnen oder Problemen berichten? Welche Mindestfläche braucht man im Garten, und ab welcher Heizlastgröße macht das wirtschaftlich Sinn?
Freue mich auf sachliche Einschätzungen!
Hi Marco, ich hatte das Thema ähnlich auf dem Schirm, wie du hier sehen kannst: Wasser-Wasser vs. Sole-Wasser.
Bei meinem Altbauprojekt haben wir uns am Ende gegen den Erdwärmetauscher entschieden. Der Grund: Bei 80er-Jahre-Dämmstandard ist die Heizlast relativ hoch, und im Winter kommt die Erdluft einfach nicht warm genug an. Im Sommer brauchst du eher massive Abschattung und Nachtlüftung.
Die JAZ-Verbesserung ist oft theoretisch höher als praktisch erreicht. Vor allem, wenn die KWL ohnehin schon 80% der Wärme zurückgewinnt. Rechne mal durch: Was kostet die komplette Erdanlage, und wie viele Jahre brauchst du zur Amortisation? Bei mir war das Ergebnis eher ernüchternd.