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WW-Wärmepumpe: Taktverhalten durch falsche Absicherung?

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T.Breitmeyer
Beiträge: 7
Themenstarter
(@t-breitmeyer)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#133]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit längerem intensiv mit der Warmwasserbereitung über Trinkwasser-Wärmepumpen und habe jetzt ein Problem, das ich mir elektrisch nicht ganz erklären kann. Meine Brauchwasser-WP (Dimplex SI 11TU, 1,1 kW Nennaufnahme, 230V) wurde vor etwa 8 Monaten angeschlossen – und zwar vom Heizungsbauer selbst, nicht von einem Elektriker. Läuft über eine gewöhnliche Steckdose, abgesichert über einen alten 16A LS-Schalter im Verteiler.

Jetzt fällt mir seit einigen Wochen auf – ich messe das über einen Shelly Plus 1PM – dass die WP im Sommerbetrieb merkwürdig häufig kurz taktet. Besonders wenn sie nach der Legionellenschutzschaltung wieder anlaufen soll (also nach dem E-Heizstab-Durchlauf), bricht der Anlaufstrom kurz ein und der LS löst gelegentlich aus. Nicht immer, aber öfter als früher.

Meine Vermutung: Der Anlaufstrom übersteigt kurzzeitig die Auslöseschwelle des alten Automaten, besonders jetzt im Sommer wenn die Umgebungstemperatur im Keller höher ist und der Automat schon thermisch etwas belastet ist. Typklasse weiß ich nicht, schätze Typ L oder sowas altes.

Frage: Kann ein LS-Schalter falscher Charakteristik (z.B. Typ L statt B oder C) wirklich dieses Taktverhalten auslösen? Und welche Charakteristik ist für Brauchwasser-WP mit internem Heizstab eigentlich empfehlenswert? Hat jemand damit Erfahrung, speziell mit dem Zusammenspiel von Heizstab-Anlauf und WP-Kompressor?

Vermutungen und konkrete Erfahrungen sehr willkommen.

Tobias


4 Antworten
Thomas-Krger
Beiträge: 48
(@thomas-krger)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Stimmt soweit alles was hier steht – aber ich würd noch einen Schritt weitergehen und die ganze Anschluss-Situation grundsätzlich hinterfragen. Steckdose für eine Wärmepumpe im Dauerbetrieb ist eigentlich nicht normkonform, je nach Herstellervorgabe sogar explizit untersagt. Schau mal ins Handbuch der Dimplex ob da was zu "fest angeschlossen" steht – wenn ja und das Ding mal einen Schaden macht, könnte das bei der Versicherung zum Problem werden. Das wird in solchen Diskussionen leider oft zu schnell übergangen.


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Manfred K.
Beiträge: 12
(@manfred68)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich hatte bei meiner Planung auch überlegt, die Brauchwasser-WP über die bestehende Unterverteilung laufen zu lassen – mein Elektriker hat mir das aber ausgeredet und auf eine eigene Zuleitung bestanden. Im Nachhinein froh darüber.

Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann (ich hatte ähnliches bei meiner Sanierung, dazu hab ich auch was im Thread zu Altbau vs. Neubau: Was habt ihr bei der WP-Planung unterschätzt? geschrieben): Im Altbau ist es erschreckend oft so, dass die alten Automaten gar keine definierte Auslösekennlinie mehr haben. Die driften nach Jahrzehnten weg. Ein thermisch bereits belasteter Automat im Sommer – das passt exakt zu deiner Beschreibung.

Typ C 16A würde ich auch empfehlen, Thomas hat das gut erklärt. Ich würde aber zusätzlich prüfen lassen ob die Steckdosenverbindung überhaupt für Dauerbetrieb ausgelegt ist, das wird oft übersehen.


Antwort
SmartHeat_Tech
Beiträge: 51
(@smartheat_tech)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Kurze Ergänzung aus Monitoring-Sicht: Wenn du den Shelly Plus 1PM sowieso schon hast, schau dir mal die Leistungskurve beim Anlauf an – manche Shelly-Firmware zeigt kurze Spitzen im Log nicht vollständig auf, weil das Abtastintervall zu grob ist. Für Anlaufstrommessungen brauchst du eigentlich mindestens 100ms Auflösung, der Standard-Shelly sampelt je nach Firmware-Stand eher im Sekundenbereich für die Historiendaten.

Ich hab das für meine LWP über Modbus + Home Assistant deutlich feiner aufgelöst, ist aber natürlich ein anderer Aufwand – ich hatte dazu auch was im Home Assistant + Modbus Thread beschrieben.

Aber im Kern: Typ C Automat ist die richtige Maßnahme, da stimme ich zu. Würde nur noch sicherstellen, dass du auch einen ordentlichen Typ-F FI davor hast, nicht irgendeinen alten Uralt-FI der nicht mehr zuverlässig auslöst.


Antwort
ThomasK30
Beiträge: 15
(@thomask30)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Moin Tobias,

deine Diagnose klingt schlüssig. Ein alter Typ-L-Automat (oder manchmal auch als "träge" bezeichnete Altbauautomaten ohne normierte Kennlinie) hat einen deutlich engeren Auslösebereich als ein moderner Typ B oder C. Bei Kompressoren und E-Heizstäben überlagern sich Anlaufströme – das kann schon kurzzeitig das 5- bis 8-fache des Nennstroms sein, und da löst ein Typ-L bei Wärme noch schneller aus als bei 20°C.

Für Brauchwasser-WP mit integriertem Heizstab würde ich klar zu Typ C raten. Typ B ist für rein resistive oder leicht induktive Lasten ausgelegt, bei Kompressoranlauf mit gleichzeitigem Heizstab-Einschaltstoß kann das knapp werden. Typ C hat den magnetischen Kurzschlussauslöser erst ab dem 10-fachen Nennstrom – das gibt mehr Luft.

Konkret: Tausch den alten Automaten gegen einen modernen Typ C 16A aus, und das Problem dürfte sich erledigen. Klingt banal, löst aber genau das was du beschreibst. Dass der Heizungsbauer das einfach auf eine Steckdose gehängt hat ist übrigens... nennen wir es mal suboptimal. Eine feste Leitung mit eigenem LS wäre korrekter gewesen.


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