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Home Assistant + Modbus für LW-WP: welches Protokoll lohnt sich wirklich?

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SmartHeat_Tech
Beiträge: 51
Themenstarter
(@smartheat_tech)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#84]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit ein paar Monaten intensiv damit, meine Luft-Wasser-Wärmepumpe über Home Assistant möglichst granular zu überwachen und zu steuern. Ziel ist vor allem die Effizienzoptimierung – ich möchte die JAZ nicht nur aus dem Herstellerportal ablesen, sondern selbst berechnen und live tracken.

Aktuell habe ich drei Ansätze parallel am Laufen und würde gerne eure Erfahrungen dazu hören:

1. **Modbus TCP** direkt über den internen Service-Port der WP – funktioniert bei mir grundsätzlich, aber die Register-Dokumentation ist katastrophal, ich muss vieles reverse-engineeren
2. **SG-Ready-Schnittstelle** über einen Shelly als Relais-Ersatz – simpel, aber eben nur 4 Zustände, zu wenig Granularität für meinen Geschmack
3. **Herstellereigene Cloud-API** mit HA-Integration – Latenz ist ein Problem, außerdem gefällt mir die Abhängigkeit von externen Servern nicht

Mich interessiert besonders: Hat jemand Erfahrung damit, Modbus-Rohdaten (Verdichterfrequenz, Vorlauf/Rücklauf, Außentemperatur) direkt in HA zu visualisieren und darüber tatsächlich Einfluss auf die Betriebsweise zu nehmen? Oder macht KNX hier mehr Sinn, auch wenn die Einstiegshürde höher ist?

Bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar, egal ob positiv oder negativ. Hauptsache ehrlich.


7 Antworten
Stefan-Koch34
Beiträge: 7
(@stefan-koch34)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Modbus für LW-WP nutze ich auch, bei mir läuft das über HA auf einem kleinen Mini-PC. Die Registrer-Doku war bei meinem Hersteller ebenfalls mager, hab dann in einem englischsprachigen Forum eine community-gepflegte Tabelle gefunden – lohnt sich zu suchen, evtl. findest du für deinen Hersteller sowas auch.

Der echte Mehrwert für mich ist die Verdichterfrequenz in Echtzeit. Damit sieht man sofort ob die WP effizient moduliert oder ständig aus-/einschaltet. COP im Januar unter 2 hatte ich letzten Winter auch, und mit den Modbus-Daten hab ich dann gesehen dass mein Expansionsventil suboptimal parametriert war. Ohne die Rohdaten hätte ich das nie gefunden.

Also ja, der Aufwand lohnt sich meiner Meinung nach wenn man wirklich optimieren will und nicht nur grob überwachen.


Antwort
M.Bachmann
Beiträge: 40
(@m-bachmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Auf die Frage von Maximilian K. kann ich kurz eingehen: In der Praxis erlebe ich bei gut konfigurierten Anlagen mit intelligentem Energiemanagement (PV-Überschuss, Tarifsteuerung) durchaus 10-15% Effizienzgewinn gegenüber Standardbetrieb. Das ist nicht nichts.

Zum eigentlichen Thema: Ich setze bei meinen Projekten meist auf SG-Ready als Steuerungseingang, weil das robust und herstellerunabhängig ist. Für Monitoring baue ich externe Messtechnik ein, wie Thomas K. das schon beschrieben hat. Modbus mache ich nur wenn der Kunde wirklich tief einsteigen will und ich einen Hersteller habe, bei dem ich die Register schon kenne.

Ein Hinweis zur Praxis: Bei Wasser-Wasser-Systemen ist das etwas einfacher weil Grundwassertemperatur sehr stabil ist, da lohnt sich Modbus-Monitoring weniger als bei LW-WP wo sich die Bedingungen ständig ändern. Für LW-WP sehe ich den Mehrwert der Datentiefe tatsächlich mehr.


Antwort
T.Brinkmann75
Beiträge: 8
(@t-brinkmann75)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Ich mache seit einem guten Jahr KNX-Anbindung bei meiner Hybridanlage und kann ein paar Sachen dazu sagen.

KNX hat gegenüber Modbus tatsächlich einen großen Vorteil: Die Schnittstellen sind in der Regel besser dokumentiert, zumindest wenn der Hersteller eine offizielle KNX-Erweiterung anbietet. Bei mir läuft das über ein separates KNX-Gateway, das HA über den KNX-Integration-Baustein einbindet. Die Latenz ist dabei kein Thema.

Allerdings: Die Datentiefe ist bei KNX auch begrenzt, wenn der Hersteller nicht alle Datenpunkte freigibt. Verdichterfrequenz zum Beispiel bekomme ich bei mir nur indirekt über Leistungsaufnahme und Hochrechnung – kein direkter Register-Zugriff wie bei Modbus.

Für reine Effizienzanalyse würde ich ehrlich gesagt Modbus bevorzugen, wenn du die Geduld hast, die Register zu reverse-engineeren. Für Steuerungsaufgaben (Schaltpunkte Gas/WP bei mir) ist KNX zuverlässiger. Vielleicht macht eine Kombination Sinn? Modbus für Monitoring, SG-Ready oder KNX für Steuerung.


Antwort
Martin89
Beiträge: 39
(@martin89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Interessantes Thema – ich stehe vor einer ähnlichen Frage, auch wenn ich noch in der Planungsphase bin. Für mein saniertes EFH möchte ich die neue LW-WP von Anfang an sauber ins Smart Home einbinden, damit ich nicht hinterher rumbastle.

Ich habe bisher nur theoretisch verglichen: Modbus klingt verlockend wegen der Datentiefe, aber genau das Problem mit den undokumentierten Registern höre ich immer wieder. In einem anderen Thread hier hatte ich auch über Grundlast und Verbrauchsmonitoring geschrieben (Wie viel Watt Grundlast zieht meine WP im Sommer – Grenzwerte?) – da ist mir aufgegangen, dass man ohne vernünftiges Monitoring eigentlich im Dunkeln tappt.

Was mir noch fehlt: Hast du eine dedizierte Hardware (z.B. Raspberry Pi, Yellow, Green) für HA oder läuft das bei dir auf einem NAS oder Server? Ich überlege noch, wie ich das bei mir am stabilsten aufsetze, bevor ich dann mit Modbus anfange zu experimentieren.


Antwort
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