Hallo zusammen,
kurze Vorgeschichte: Ich plane eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und mein größtes Problem ist der Schallschutz. Die Nachbarn sind sehr empfindlich, einer hat schon angedeutet dass er sich bei zu viel Lärm beim Amt meldet. Kann ich das mir also nicht leisten, das zu ignorieren.
Jetzt die konkrete Frage: Macht es Sinn, die Schallschutzmaßnahmen (Schwingungsdämpfer, Schallschutzwände, optimale Aufstellung) selbst zu planen und umzusetzen, oder sollte ich da unbedingt einen Fachbetrieb einschalten? Ich bin Ingenieur, also technisches Verständnis ist vorhanden, aber die Zeit für lange Recherchen fehlt mir gerade komplett.
Was mich konkret interessiert:
- Bringt eine professionelle Schallmessung vorab wirklich was oder ist das Geldverschwendung?
- Welche Maßnahmen kann man realistisch selbst umsetzen ohne Fehler zu riskieren, die dann teuer werden?
- Gibt es Fachbetriebe, die speziell auf Schalloptimierung spezialisiert sind, oder macht das jeder Heizungsbauer mit?
Wir haben ein Einfamilienhaus, Außengerät soll an der Nordseite stehen, Abstand zum Nachbarn ca. 4 Meter. Das ist zugegebenermaßen nicht ideal.
Danke für schnelle Tipps – ich weiß, der Sommer ist nicht die beste Jahreszeit für solche Planungen aber ich will das noch vor Herbst klären.
Schallschutzwände hab ich selbst gebaut, mit Lärchenholz und Akustikdämmmaterial dahinter. Funktioniert gut, aber man muss aufpassen dass man keinen Schallkanal erzeugt – also die Wand nicht zu nah ans Gerät und oben offen lassen für die Abluft. Das ist so ein typischer DIY-Fehler den man schnell macht wenn man das nicht kennt. Meinen Installateur hab ich nur für den hydraulischen Anschluss und die Kältemittelseite gebraucht, den Rest hab ich selbst erledigt. Für die Planung der Aufstellung lohnt sich aber wirklich ein kurzes Beratungsgespräch, die meisten Fachbetriebe machen das für kleines Geld oder manchmal sogar kostenlos wenn man den Auftrag dann dort platziert.
Ich bin auch Ingenieur und kenne das Problem mit der Zeitknappheit. Kurz und direkt: Bei 4 Metern Abstand und empfindlichen Nachbarn würde ich die Schallmessung nicht sparen. Das ist kein reines DIY-Thema mehr, sobald rechtliche Konsequenzen im Raum stehen (TA Lärm beachten!).
Die Aufstellung und Schwingungsdämpfer kann man grundsätzlich selbst optimieren, aber eine professionelle Planung vorab gibt dir Sicherheit, dass du nicht zweimal anfassen musst. Ich hab mich selbst im Split vs. Monoblock Thread damit beschäftigt, wie viel man selbst stemmen kann – mein Fazit war: technisch ja, aber bei sensiblen Rahmenbedingungen lieber Fachmann für die Erstplanung, dann selbst umsetzen. Spart Nerven.
4 Meter zum Nachbarn ist tatsächlich knapp. Ich würde zumindest für die Schallmessung und den Aufstellungsplan einen Fachbetrieb holen – nicht jeden Heizungsbauer, sondern explizit nach Referenzen für Schallschutz fragen. Das ist leider nicht selbstverständlich.
Bei mir im Altbau war das weniger das Thema, dafür hab ich andere Baustellen am Hals (Vorlauftemperaturen usw., das kennt ihr vielleicht aus meinen anderen Threads). Aber ich hab mitbekommen dass manche Hersteller direkt Schallgutachten für ihre Geräte anbieten oder zumindest detaillierte Schalldruckwerte für verschiedene Abstände. Das könnt dir erstmal helfen einzuschätzen ob dein Gerät überhaupt in den zulässigen Bereich fällt bevor du irgendwas baust.
Schwingungsdämpfer und Fundament würde ich dann schon selbst machen, das ist handwerklich überschaubar wenn das Grundkonzept steht.