Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem Thema Wärmepumpe für unser Haus (Baujahr 1987, ca. 160qm, noch mit alter Gastherme). Eigenkapital ist vorhanden, aber ehrlich gesagt bin ich durch die ganzen Berichte über steigende Installationskosten und mögliche Folgekosten etwas vorsichtig geworden.
Jetzt bin ich über das Thema Contracting gestolpert – also quasi: Ein Anbieter stellt mir die Wärmepumpe hin, übernimmt Wartung und Betrieb, und ich zahle monatlich eine Pauschale für die gelieferte Wärme. Kauf also nicht das Gerät, sondern die Wärme als Dienstleistung.
Klingt erstmal verlockend: kein großer Kapitaleinsatz, keine Sorgen bei Defekten, Wartung inklusive. Aber ich frage mich, was das über 15-20 Jahre wirklich kostet im Vergleich zum Direktkauf. Kann ich dann trotzdem BAFA-Förderung mitnehmen? Oder entfällt die, weil ich ja nicht Eigentümer der Anlage bin?
Gibt es hier jemanden, der sowas schon gemacht hat oder zumindest konkrete Zahlen kennt? Ich finde online wenig Erfahrungsberichte von echten Nutzern, meist nur Anbieter-Hochglanzprospekte. Im Sommer hab ich jetzt etwas Zeit zum Recherchieren und möchte das bis Herbst durchdenkt haben bevor es wieder kalt wird.
Danke schonmal!
Zur BAFA-Frage kann ich dir relativ klar antworten: Nein, du bekommst die Förderung als Mieter/Nutzer der Anlage in der Regel nicht, weil du nicht Eigentümer bist. Der Contractor ist Eigentümer und stellt ggf. selbst den Förderantrag – ob und wie er das dann in der Monatspauschale weitergibt, ist Verhandlungssache und steht im Vertrag. Da solltest du sehr genau hinschauen.
Zum Kostenvergleich: Pauschal schwer zu sagen, hängt stark vom Anbieter und Vertragslaufzeit ab. Die meisten Contracting-Modelle laufen 15-20 Jahre mit Preisanpassungsklauseln, da kann sich einiges verschieben wenn z.B. der Strompreis steigt – und bei WP ist der halt relevant. Ich hab mich selbst mehr mit dem technischen Part beschäftigt (hatte beim Thema Hochtemperatur-WP einiges recherchiert, siehe auch Heizkörper mit 70°C Vorlauf - welche WP schafft diese Temperaturen?), aber Contracting kenne ich eher aus dem Gewerbebereich wo es tatsächlich sinnvoller ist als im Einfamilienhaus-Segment.
Mein Bauchgefühl: Für Eigenheimbesitzer mit stabilem Eigenkapital ist Direktkauf meist günstiger auf lange Sicht. Aber wenn du das Risiko scheust und Planungssicherheit willst, kann Contracting trotzdem eine Option sein – Vertrag aber bitte von jemandem mit Ahnung prüfen lassen bevor du unterschreibst.