Als Ingenieur sehe ich das methodisch so: Eine wirklich belastbare Amortisationsrechnung braucht mindestens 3 vollständige Heizperioden als Datenbasis, sonst ist die statistische Schwankungsbreite zu groß um seriöse Schlüsse zu ziehen. Ein Jahr ist ein guter Anfang, aber noch kein stabiles Fundament.
Die Gradtagszahl-Normierung ist der Industriestandard – DWD-Daten für deinen Wetterkreis (am besten die nächste Referenzstation) und dann normierst du deinen Verbrauch auf den langjährigen Mittelwert 1991-2020. Das macht die Jahrewerte wirklich vergleichbar.
Was ich bei Luft-Wasser-Anlagen immer betone: Die Systemeffizienz variiert durch die Außentemperaturabhängigkeit deutlich stärker als bei Erdwärmesystemen. Dein COP im Januar kann um Faktor 2 schlechter sein als im März. Das musst du in der Modellierung berücksichtigen, sonst überschätzt du die JAZ wenn du zufällig in einem milden Winter gemessen hast.
Zum Kühlbetrieb: Das würde ich tatsächlich separat in einer Nutzwertbetrachtung führen, Stefan89 hat da recht.
Ich bin noch in der Planungsphase für meinen Neubau und kein Technikprofi wie du, aber ich find es ehrlich gesagt schon fast erschreckend wie komplex eine "korrekte" Amortisationsrechnung werden kann. Da frag ich mich ob das nicht irgendwann in reiner Datenpflege endet statt in echtem Nutzen 😅
Für jemanden wie mich der gerade überhaupt die Grundlagen lernt – habt ihr irgendwo eine simple Vorlage die man als Startpunkt nehmen kann, auch wenn sie nicht so granular ist wie dein Setup? Ich vergleiche gerade noch Systeme, bin noch nicht bei der Feinjustierung.
Interessanter Ansatz, ich bin da noch nicht so weit in meiner Planung aber verfolge das mit Interesse. Ich beschäftige mich gerade damit wie man überhaupt vernünftige JAZ-Referenzwerte für Altbauten berechnet, bevor man überhaupt installiert. Habe dazu auch schon im 20-Jahres-Kostenvergleich-Thread was geschrieben.
Zur Klimabereinigung: Es gibt dafür den sogenannten Gradtagszahl-Ansatz. Du normierst deinen Heizenergiebedarf auf Basis der tatsächlichen Heizgradtage im Messzeitraum und vergleichst das mit einem langjährigen Mittelwert (der DWD liefert da kostenlose Daten). So werden ungewöhnlich warme oder kalte Perioden rechnerisch rausgerechnet und du bekommst einen klimabereinigten Verbrauch der wirklich vergleichbar ist – Jahrgang zu Jahrgang.
Für die Kapitalkosten würde ich schlicht den aktuellen Tagesgeldزins als Opportunitätskosten ansetzen, das ist methodisch sauber. Wartung pauschal 150-250 EUR/Jahr ist bei LW-WP realistisch aus meiner Recherche.