Ich bin gerade dabei, meine 9,8-kWp-PV-Anlage sinnvoll mit einer Warmwasser-Wärmepumpe zu kombinieren, und stoße dabei auf das übliche Problem: Die Herstellerprospekte versprechen COPs von 3,5 bis 4,5 für die Warmwasserbereitung, aber ich finde kaum echte Messdaten aus dem Alltag. Immer nur Laborwerte unter Idealbedingungen.
Meine konkrete Frage: Wie erfasst ihr den tatsächlichen Stromverbrauch eurer Warmwasser-WP getrennt vom Rest der Anlage? Habt ihr separate Subzähler eingebaut? Und rechnet ihr dabei wirklich sauber – also inklusive Standby, Steuerelektronik, evtl. Heizstab-Nachheizung wenn die PV nicht reicht?
Ich möchte verstehen, ob die Eigenverbrauchsoptimierung im Sommer wirklich so viel bringt, wie immer behauptet wird. Rechenbeispiel: Wenn meine PV im Juli tagsüber 4-6 kWh überschuss produziert und die Warmwasser-WP davon 1,2 kWh zieht, wie viel Warmwasser bekomme ich realistisch raus – und was hätte mich das mit Netzbezug gekostet vs. was ich durch Einspeisung verliere?
Ich frage deshalb so konkret, weil ich keine Entscheidung auf Basis von Hochglanzbroschüren treffen will. Wer hat hier echte Messwerte über mehrere Sommermonate und kann die teilen? Gerne auch Negativerfahrungen, die interessieren mich manchmal mehr als die Erfolgsgeschichten.
Ich bin selbst noch in der Planungsphase und hab von echten Messwerten keine Ahnung, aber deine Frage finde ich super wichtig. Ich frag mich nämlich genauso, ob die Zahlen in den Broschüren irgendwas mit der Realität zu tun haben. Mein zukünftiger Installateur hat mir auch COPs um die 4 versprochen – jetzt bin ich noch skeptischer als vorher 😅
Gute Frage, und ich verstehe deine Skepsis gegenüber den Prospektzahlen – die sind tatsächlich meistens unter optimierten Laborbedingungen gemessen, A15°C Raumluft, frisch befüllter Speicher, kein Legionellenprogramm eingerechnet. In der Realität sieht das anders aus.
Ich messe seit 2021 meinen Warmwasserverbrauch über einen separaten Shelly-Zwischenzähler, direkt an der Brauchwasserwärmepumpe. Im Sommer komme ich auf reale COPs zwischen 2,8 und 3,4 – das klingt erstmal okay, aber sobald das Legionellenprogramm mit Heizstab anspringt (bei mir wöchentlich auf 60°C), sackt der Monatsdurchschnitt deutlich ab. Den Effekt unterschätzen die meisten.
Zu deiner PV-Rechnung: Wenn du 1,2 kWh aus PV-Überschuss ziehst statt ins Netz einzuspeisen, kommt es komplett auf deinen Einspeisevergütungssatz an. Bei aktuell ~8 Cent Vergütung vs. ~30 Cent Netzbezug ist der Eigenverbrauch natürlich rechnerisch attraktiv. Aber ich hab in meinem PV-Überschuss-Thread gemerkt: Die Steuerlogik muss wirklich sauber sein, sonst heizt du den Speicher hoch wenn sowieso niemand duscht und das Wasser kühlt bis abends wieder ab. Dann verpufft der Effekt.
Ich hab nach langer Pause gerade wieder angefangen, mich mit meiner Luft-Wasser-WP zu beschäftigen, und merke dass ich vieles neu lernen muss. Zu deiner Frage mit den Subzählern: Ich hab damals keinen separaten Zähler einbauen lassen – das bereue ich heute. Ohne den weißt du wirklich nicht, was das Ding tatsächlich verbraucht, weil der Heizstab gerne mal unauffällig mitläuft. Ich hab das erst gemerkt als ich angefangen hab, die Verbrauchsspitzen im Winter manuell zu vergleichen. Ist halt blöd wenn man im Nachhinein nachrüsten will, geht aber. Ich hatte das Thema Batteriespeicher zuletzt hier schon mal angeschnitten – da kam auch raus, dass die Messkette entscheidend ist, sonst rechnet man auf Sand.