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Einfamilienhaus komplett autark mit WP und Speicher möglich?

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Florian B.
Beiträge: 4
Themenstarter
(@florianbeck)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#90]

Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum und stecke gerade mitten in der Planung meines Neubaus. Dabei bin ich auf eine Idee gestoßen, die mich seitdem nicht mehr loslässt: Wäre es grundsätzlich möglich, ein Einfamilienhaus energetisch weitgehend autark zu betreiben – also mit einer Wärmepumpe (ich liebäugle mit einer Wasser-Wasser-WP, da ich gute Voraussetzungen auf dem Grundstück zu haben scheine), PV-Anlage und einem großen Batteriespeicher?

Mein Gedankengang: Im Sommer läuft die PV auf Hochtouren, der Speicher wird voll, die WP hat kaum was zu tun – das klingt zunächst verlockend. Aber wie sieht das im Winter aus? Reicht da der Strom aus dem Heimspeicher überhaupt für den WP-Betrieb, oder ist das völlig illusorisch? Und welche Speichergröße wäre da überhaupt realistisch?

Dazu kommt noch meine eigentliche Kernfrage: Wie schlägt sich eine Wasser-Wasser-WP im direkten Vergleich mit Luft-Wasser oder Sole-Wasser-Systemen, wenn man in Richtung Autarkie denkt? Ich hab gelesen, dass Wasser-Wasser deutlich höhere JAZ-Werte erreicht – aber stimmt das wirklich in der Praxis?

Ich bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar, gerade von Leuten die das schon durchgespielt oder sogar umgesetzt haben. Macht sowas finanziell irgendwann Sinn, oder ist das eher ein teures Hobby?


3 Antworten
SmartPump_28
Beiträge: 13
(@smartpump_28)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich seh das aus Softwareentwickler-Sicht vielleicht etwas nüchterner: "Autarkie" ist für mich kein Ziel an sich, sondern Optimierungsproblem. Die Frage ist, wie man Erzeugung, Verbrauch und Speicher so steuert dass der Eigenverbrauch maximal ist – und da sind Smart-Home-Lösungen in Kombination mit einer effizienten WP eigentlich die bessere Stellschraube als ein riesiger teurer Batteriespeicher.

Ein 15-20 kWh Speicher reicht für Überbrückung, mehr lohnt sich kaum. Lieber das Geld in eine gute WP-Steuerung stecken die auf Wettervorhersage und Strompreise reagiert. Mit Tibber oder ähnlichem plus openHAB/ioBroker bekommt man da schon ganz ordentliche Ergebnisse hin.

Die Wasser-Wasser macht da übrigens Sinn weil die hohe Effizienz den Strombedarf generell senkt – weniger Verbrauch ist letztlich besser als mehr Speicher.


Antwort
Marcus K.
Beiträge: 23
(@marcus92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurz zur Erwartungssteuerung: 100% Autarkie im Winter ist mit heutigem Stand praktisch nicht wirtschaftlich darstellbar. Batteriespeicher haben schlicht nicht die Kapazität, um eine WP über mehrere trübe Wintertage zu versorgen – selbst 20 kWh Speicher sind da schnell leer. Was gut funktioniert ist ein hoher Eigenverbrauchsanteil, also 60-70% Autarkie übers Jahr gesehen, das ist realistisch.

Zur Wasser-Wasser-WP: Die JAZ-Werte stimmen tatsächlich. Ich hab bei Installationen gesehen, dass da COP-Werte von 5-6 im realen Betrieb keine Seltenheit sind, weil die Grundwassertemperatur das ganze Jahr über relativ konstant bei 10-12°C liegt. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber Luft-Wasser, die im Winter bei -5°C Außentemperatur deutlich schlechter wird.

Allerdings: Die Genehmigungssituation für Grundwasserbrunnen ist regional sehr unterschiedlich, das würde ich ganz früh abklären. In manchen Gebieten bekommst du keine Erlaubnis, in anderen geht's problemlos. Nicht dass du planst und dann scheitert es daran.

Wegen Wartungsverträgen allgemein hab ich übrigens mal was geschrieben, Wartungsvertrag bei Luft-WP – lohnt der sich wirklich oder Geldverschwendung? – ist zwar Luft-WP-spezifisch, aber einiges gilt generell.


Antwort
Tobias-Wenzel
Beiträge: 9
(@tobias-wenzel)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Ich bin selbst gerade im Neubau und hab mich mit fast exakt der gleichen Frage beschäftigt – autark ja oder nein. Am Ende hab ich mich dagegen entschieden, den Fokus auf Autarkie zu legen, einfach weil die Investitionskosten für wirklich große Speicher in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen stehen.

Gerade im Sommer wie jetzt sieht das natürlich alles easy aus, PV produziert mehr als man braucht. Aber mal den Winter durchrechnen – ich hab das für meinen Thread PV-Anlage im Neubau: Wärmepumpe tagsüber priorisieren gemacht – da sieht die Bilanz halt anders aus.

Wasser-Wasser wäre theoretisch meine erste Wahl gewesen, aber die Brunnenbohrung wurde mir von der Gemende direkt abgelehnt wegen Wasserschutzgebiet. Das ist also wirklich das erste was du abklären solltest bevor du weiterplanst!


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