Hallo zusammen,
ich stecke gerade mitten in der Planungsphase meines Neubaus und beschäftige mich sehr intensiv mit der Auslegung des Erdsondenfeldes für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe. Das Grundstück ist ca. 650 m² groß, Heizlast liegt laut vorläufiger Berechnung bei etwa 8-9 kW.
Meine Frage richtet sich vor allem an Leute, die schon eine Anlage mit Tiefenbohrungen realisiert haben: Wie habt ihr euer Sondenfeld konkret dimensioniert? Ich schwanke gerade zwischen zwei Einzelbohrungen à 120 m und einer einzelnen tieferen Bohrung mit 180-200 m. Thermal Response Tests sind in meiner Region scheinbar nicht überall Standard – wird das eigentlich vorausgesetzt für die BEG-Förderung oder ist das optional?
Zum Thema Förderung: Ich habe mich durch die aktuellen BEG-Richtlinien gearbeitet und bin grundsätzlich sicher, dass der 35%-Basis-Bonus für Erdwärme greift. Was mich aber noch beschäftigt ist, ob der Effizienzbonus über die JAZ-Nachweispflicht wirklich so einfach zu erreichen ist wie manche Anbieter das darstellen. Hat jemand von euch die JAZ-Nachweisdokumentation schon durchlaufen? War das bürokratisch aufwändig?
Außerdem interessiert mich: Lohnt es sich bei der Sondenkonfiguration schon in der Planungsphase einen unabhängigen Energieberater hinzuzuziehen, oder reicht die Planung durch den Bohrunternehmer?
Freue mich über alle Erfahrungswerte, gerne auch kritische!
Zur BEG-Frage kann ich dir leider nicht viel beisteuern, da ich selbst noch mitten in der Hybrid-Planung stecke. Aber: Energieberater auf jeden Fall, das wird sich bei den Förderbeträgen die heute möglich sind fast immer rechnen.
Interessantes Thema, auch wenn Sole-Wasser nicht mein Hauptgebiet ist. Was ich aber sagen kann: Den unabhängigen Energieberater würde ich definitiv empfehlen, und zwar frühzeitig. Nicht nur wegen der Sondenauslegung, sondern weil der Berater gleichzeitig die Förderantragsbegleitung übernehmen kann – das spart am Ende oft mehr als sein Honorar kostet.
Zur JAZ-Nachweispflicht: Ich habe das im Kontext von Warmwasser-WP schon öfter beobachtet (hab da anderswo im Forum drüber diskutiert), und die Erfahrung ist: Die tatsächliche Messung der JAZ nachträglich ist das eine, aber die Dokumentationsanforderungen sind nicht zu unterschätzen. Du brauchst zertifizierte Messtechnik oder zumindest nachvollziehbare Zählerdaten. Manche Installateure liefern das sauber mit, andere nicht – da unbedingt vorher klären was vertraglich zugesichert wird.
Bei zwei Bohrungen à 120 m vs. einer tiefen: Zwei Bohrungen sind in der Regeneration der Sonde langfristig oft effizienter, aber das hängt stark von der lokalen Geologie ab. Ohne Bodengutachten oder zumindest Erfahrungswerte vom Bohrunternehmer für deine Region würde ich da keine Entscheidung treffen.