Guten Tag zusammen,
nachdem ich nun zwei volle Heizperioden mit meiner Luft-Wasser-Wärmepumpe hinter mir habe – kombiniert mit meiner 12-kWp-PV-Anlage – möchte ich meine bisherigen Erfahrungen teilen und gleichzeitig ein paar Fragen stellen, die mich noch beschäftigen.
Zur Situation: Einfamilienhaus Baujahr 1987, Wohnfläche ca. 165 m², Wärmepumpe seit Herbst 2024 in Betrieb. Den Eigenverbrauch versuche ich durch eine intelligente Steuerung zu maximieren – im Winter schwierig, da die PV-Erträge natürlich gering sind. Aber jetzt im Juni freue ich mich über die langen Sonnentage: Die Wärmepumpe läuft tagsüber fast ausschließlich mit eigenem Solarstrom.
Meine bisherige Bilanz sieht so aus: Im ersten vollen Jahr lag mein PV-Eigenverbrauchsanteil der Wärmepumpe bei etwa 31 Prozent – das empfinde ich als ausbaufähig. Ich überlege deshalb, ob ein Speicher mit 10 kWh das wirklich deutlich verbessern würde oder ob die Investition sich schlicht nicht rechnet.
Außerdem beschäftigt mich: Nutzt jemand von euch eine Legionellenschutzschaltung, die gezielt dann läuft, wenn die PV-Produktion hoch ist? Ich habe das inzwischen so eingestellt, bekam aber letzte Woche eine Warnung vom System.
Für alle Erfahrungswerte und ehrliche Einschätzungen bin ich sehr dankbar – gern auch kritische Stimmen.
Zur Legionellenschutzschaltung kurz aus der Praxis: Die Warnung kann verschiedene Ursachen haben – entweder hat der Pufferspeicher die 60°C nicht vollständig erreicht (Zeitfenster zu kurz oder PV-Ertrag doch nicht ausgereicht), oder die Schaltung hat zwar ausgelöst, aber der Temperatursensor meldet sich trotzdem. Erstes würde ich prüfen: Wurde die Solltemperatur wirklich gehalten oder nur kurz angefahren? Manchmal reicht ein wolkiger Tag und das Zeitfenster ist zu eng kalkuliert.
Was ich in meiner Arbeit öfter sehe: Viele stellen das Zeitfenster zu optimistisch, also nur 2-3 Stunden Mittag. Lieber etwas breiter ansetzen und als Fallback eine Nacht pro Woche einplanen, egal ob PV oder nicht.
Zum Speicher: 10 kWh helfen im Winter kaum, da sind die Erträge einfach zu gering. Sommer ja, aber die Grundlast ist dann ohnehin klein. Ich würde die Entscheidung stark vom Strompreis und der Einspeisevergütung abhängig machen, da rechnet sich das selten unter 8-10 Jahren.