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Hybrid-System WP + Gas: Lohnt sich der Aufwand wirklich?

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Thomas-Krger
Beiträge: 36
Themenstarter
(@thomas-krger)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#46]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich schon eine Weile mit dem Thema und komme nicht so recht zu einer Entscheidung. Bei uns steht demnächst die Heizungserneuerung an – Baujahr des Hauses ist 1988, Gasheizung ist in die Jahre gekommen und macht langsam Probleme. Jetzt habe ich mich gefragt, ob ein Hybrid-System (Wärmepumpe + bestehender Gaskessel) vielleicht der sanftere Einstieg wäre, bevor man alles auf einmal umwirft.

Die Idee dahinter: Die WP übernimmt die Grundlast, und wenn's richtig kalt wird, springt die Gastherme ein. Klingt vernünftig, aber ich frage mich, ob das in der Praxis wirklich so funktioniert wie in der Theorie. Ist der Installationsaufwand deutlich geringer als bei einer reinen WP-Lösung? Wie sieht das mit der Steuerung aus – regeln die Systeme das wirklich selbstständig oder muss man ständig selbst eingreifen?

Und ehrlich gesagt frage ich mich auch, ob das wirtschaftlich Sinn macht. Man zahlt ja weiterhin die Gasgrundgebühr, hat zwei Systeme die gewartet werden wollen, und ob die Förderung für Hybrid genauso gut ist wie für reine WP-Lösungen – das ist mir auch noch unklar.

Ich bin kein Fachmann, versuche aber das Thema so gut wie möglich zu durchdringen bevor ich mit Installateuren spreche. Über konkrete Erfahrungsberichte würde ich mich sehr freuen – gerade von Leuten die schon ein, zwei Jahre damit gelebt haben.

Viele Grüße
Thomas


Schlagwörter für Thema
4 Antworten
Leon B.
Beiträge: 9
(@leon-brauer)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Hi Thomas,

kurz aus meiner Sicht: Ich hab mich vor einigen Monaten auch viel mit dem Grundprinzip von Wärmepumpen beschäftigt (da gab's einen interessanten Thread dazu: Laufende Kosten Wärmepumpe – womit rechne ich realistisch?) und dabei ist mir aufgefallen dass viele Leute den Hybridansatz unterschätzen – und zwar in beide Richtungen.

Einerseits ist die Einstiegshürde wirklich niedriger, weil man den bestehenden Kessel behält und kein komplett neues Hydrauliksystem braucht. Andererseits: wenn deine Gasheizung eh bald ersetzt werden muss, zahlst du jetzt für die WP und in 3-5 Jahren nochmal wenn die Therme stirbt. Das kann teurer werden als einmal konsequent umzusteigen.

Mein Tipp: Lass dir konkret durchrechnen was ein reines WP-System kosten würde im Vergleich zu Hybrid – mit und ohne Förderung. Die Zahlen reden dann für sich. Und frag den Installateur explizit nach Referenzprojekten mit Hybrid, sonst bist du der Versuchskaninchen.


Antwort
R.Hofmann
Beiträge: 27
(@r-hofmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Guten Tag Thomas,

zu dem Thema kann ich tatsächlich etwas beitragen, weil ich mich letztes Jahr intensiv damit auseinandergesetzt habe – ursprünglich im Zusammenhang mit einer Sole-WP-Planung, die bei uns wegen des Felsboden-Themas etwas komplizierter war (wer mag: Sole-WP trotz Felsboden und hohem Grundwasserspiegel machbar?).

Zur Hybridlösung: Die Steuerung funktioniert bei modernen Systemen tatsächlich weitgehend selbstständig, über sogenannte Bivalenzpunkte. Die WP läuft bis zu einer bestimmten Außentemperatur allein, dann schaltet die Gastherme zu. Das klappt in der Praxis gut, sofern das System ordentlich eingeregelt ist – und genau da liegt das Problem. Nicht jeder Installateur hat Erfahrung mit hybriden Anlagen, und wenn der Bivalenzpunkt falsch eingestellt ist, läuft die Gastherme viel öfter als nötig.

Wirtschaftlich würde ich das nüchtern betrachten: Die Grundgebühr für Gas fällt weiter an, und zwei Wartungsverträge sind auch nicht günstig. Für ein Haus aus 1988 mit nicht top-gedämmter Hülle kann Hybrid aber ein vernünftiger Zwischenschritt sein, bis man schrittweise saniert. Zur Förderung: Stand letztes Jahr war Hybrid nur unter bestimmten Bedingungen förderfähig – das sollten Sie unbedingt vorab beim BAFA oder einem Energieberater klären.


Antwort
Marco91
Beiträge: 36
(@marco91)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Wie R.Hofmann oben schon sagt: die Einregelung ist wirklich das A und O. Falsch eingestellter Bivalenzpunkt und du heizt mit Gas obwohl die WP locker noch effizienter wäre.

Ansonsten – je nach Zustand deines Hauses kann Hybrid durchaus sinnvoll sein, das ist keine pauschale Frage.


Antwort
T.Weber94
Beiträge: 14
(@t-weber94)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Also ich bin da ehrlich gesagt etwas skeptischer als die anderen hier. Hab selbst ein Haus aus den 70ern und kenn das Theater mit solchen Kompromisslösungen – man will's allen recht machen und am Ende ist man mit zwei halb-funktionierenden Systemen unterwegs.

Bei mir war das Thema Altbau + WP auch nicht ohne, da hab ich ewig gebraucht bis alles stand (wer Lust hat: Altbau 70er: Wie lange hat bei euch die Installation gedauert?). Hybrid klingt auf dem Papier super aber rechne mal durch was du im Jahr an Gasgrundgebühr zahlst – das sind bei uns ca. 180-200€ die einfach weg sind, egal wieviel Gas du verbrauchst. Bei nem reinen WP-System fällt das komplett weg.

Und die Förderung: wenn ich mich recht erinnere war Hybrid 2025/26 auf 30% gedeckelt, reine WP geht höher. Das solltest de unbedingt nachprüfen bevor du entscheidest.


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