Hallo zusammen,
ich hänge gerade bei der richtigen Einstellung meiner Heizkurve und würde gerne eure Erfahrungen hören. Meine LWP läuft seit Februar und ich hab das Gefühl, dass ich immer noch nicht den optimalen Punkt gefunden habe.
Aktuell habe ich Steilheit auf 0,6 und Niveau bei +2. Das Haus wird warm, aber irgendwie erscheint mir der Stromverbrauch noch zu hoch. Im Winter hatten wir teilweise 35°C Vorlauftemperatur bei -5°C Außentemperatur. Jetzt im Sommer nutze ich die Zeit, um das nochmal systematisch anzugehen.
Mein Problem: Ich verstehe nicht so recht, wie man das Schritt für Schritt macht. Fängt man mit der Steilheit an oder mit dem Niveau? Und wie findet man raus, ob die Werte wirklich optimal sind? Bisher hab ich immer nur probiert und geguckt ob's warm wird.
Habt ihr eine Art Anleitung oder Vorgehensweise, wie man das methodisch angeht? Gerade jetzt wo's warm ist, könnte ich ja mal experimentieren ohne gleich zu frieren.
Danke schonmal!
Also ich bin da etwas skeptisch mit dem ganzen Herumdokumentieren. In 40 Jahren mit Heizungen hab ich gelernt: Das wichtigste ist, dass es warm wird wenn man es braucht.
Deine 35°C bei -5°C klingen erstmal nicht dramatisch hoch. Kommt halt aufs Haus an. Wenn der Verbrauch zu hoch ist, liegt's vielleicht an ganz anderen Sachen - schlecht eingestellte Umwälzpumpe, falsche Hydraulik oder so.
Bevor du an der Heizkurve rumbastelst, würd ich mal einen Fachmann drüberschauen lassen. Manchmal ist das Problem ganz woanders.
Das geht vielen so am Anfang! Ich würde dir empfehlen, erstmal mit dem Niveau zu arbeiten. Die Steilheit 0,6 ist für die meisten Häuser ein guter Startwert.
Mein Vorgehen: Warte auf einen Tag mit ca. 10-15°C Außentemperatur (kommt ja bald wieder). Dann schaust du, ob die Räume gleichmäßig warm werden bei der aktuellen Vorlauftemperatur. Wenn alle Räume zu warm sind, Niveau um -1 reduzieren. Wenn einzelne Räume zu kalt bleiben, erstmal die Heizkörperventile checken.
Wenn das Niveau stimmt, dann an kälteren Tagen die Steilheit anpassen. Bei dir klingen 35°C Vorlauf bei -5°C AT eigentlich nicht verkehrt, kommt aber aufs Haus an. In meinem anderen Thread hab ich auch über ähnliche Einstellprobleme geschrieben.
Wichtig: Nur eine Sache auf einmal ändern und dann ein paar Tage warten!
Kann mich Wolfgang nur anschließen - methodisch vorgehen ist das A und O.
Ich dokumentiere mir immer alles in einer Excel-Tabelle: Datum, Außentemperatur, Vorlauftemperatur, Raumtemperatur und subjektives Wärmeempfinden. So siehst du nach ein paar Wochen klare Muster.
Bei der Steilheit 0,6 würde ich auch erstmal bleiben. Das passt für die meisten gut gedämmten Häuser mit Fußbodenheizung. Bei Heizkörpern oft etwas höher nötig.
Ein Tipp: Wenn du experimentieren willst, mach das an Tagen wo es nachts noch 8-12°C hat. Da merkst du schnell ob die Einstellung passt, aber frierst nicht gleich wenn was schiefgeht.
Muss Klaus da widersprechen - die Heizkurve ist schon sehr wichtig für die Effizienz!
Meine Erfahrung aus dem Altbau: Ich taste mich immer langsam ran. Erstmal das Niveau so einstellen, dass an milden Tagen (15°C außen) die gewünschte Raumtemperatur erreicht wird. Dann bei kälteren Temperaturen schauen ob die Steilheit passt.
Ein praktischer Tipp: Die meisten WP-Steuerungen zeigen ja die berechnete Vorlauftemperatur an. Wenn du merkst dass die tatsächliche VL dauerhaft höher ist als berechnet, stimmt meist die Steilheit nicht. Bei dir klingen die Werte aber gar nicht so falsch.