Hallo zusammen,
wir stehen vor einer wichtigen Entscheidung und ich hoffe auf eure Erfahrungen. Unser Gaskessel (Baujahr 2018) läuft noch tadellos, aber wir denken über eine Wärmepumpe nach - vor allem wegen der steigenden Gaspreise und CO2-Abgabe.
Jetzt stellt sich die Frage: Hybridlösung oder Vollumstieg? Bei einer Hybridlösung könnte die bestehende Gastherme als Backup dienen, besonders an sehr kalten Tagen. Das wäre vermutlich günstiger in der Anschaffung. Andererseits frage ich mich, ob sich das langfristig rechnet oder ob man dann doch nur eine halbe Lösung hat.
Unser Haus: EFH von 2008, 160qm, gedämmte Fassade, Fußbodenheizung im EG, Heizkörper im OG. Gasverbrauch liegt bei ca. 18.000 kWh/Jahr.
Was sind eure Erfahrungen? Rechnet sich eine Hybridlösung überhaupt, oder sollte man gleich voll auf Wärmepumpe setzen? Besonders interessiert mich die Wirtschaftlichkeit über 15-20 Jahre.
Vielen Dank schon mal!
Hallo Stefan,
Ich sehe das etwas differenzierter. Bei Ihrem Haus von 2008 würde ich zunächst eine ordentliche Heizlastberechnung empfehlen. 18.000 kWh Gasverbrauch deutet auf etwa 12-14 kW Heizlast hin, je nach Warmwasserbedarf.
Für eine Hybridlösung spricht, dass Sie das Investitionsrisiko minimieren und schrittweise Erfahrungen sammeln können. Die WP übernimmt den Grundlastbereich, Gas nur bei Spitzenlasten. Das reduziert die notwendige WP-Größe und damit die Anschaffungskosten erheblich.
Vollumstieg macht nur Sinn, wenn die Vorlauftemperaturen stimmen. Bei gemischtem System (FBH + Heizkörper) kann das problematisch werden. Eine gut dimensionierte Hybrid-Anlage kann durchaus 70-80% des Gasverbrauchs ersetzen bei deutlich geringeren Investitionskosten.
Hallo Stefan,
aus meiner Sicht würde ich zum Vollumstieg raten. Hybridlösungen klingen erst mal verlockend, aber in der Praxis hast du dann zwei Systeme zu warten und zu reparieren. Die Kosteneinsparung bei der Anschaffung wird durch höhere Wartungskosten und die Tatsache, dass du weiterhin Gaspreisschwankungen ausgesetzt bist, schnell aufgefressen.
Bei deinem relativ neuen Haus mit FBH im EG sollte eine WP sehr effizient laufen. Die Heizkörper im OG sind natürlich nicht optimal, aber mit Niedertemperatur-Heizkörpern lässt sich da einiges machen.
Langfristig gesehen bist du mit einer reinen WP-Lösung flexibler und unabhängiger von fossilen Brennstoffen. Die Förderung ist aktuell auch noch recht attraktiv.
Moin Stefan,
hab letztes Jahr vor der gleichen Entscheidung gestanden und bin froh, dass ich gleich voll auf WP gesetzt hab. Hybrid klingt sicher, aber am Ende zahlst du doppelt - einmal für die WP-Installation und dann immer noch für Gas.
Bei deinem Verbrauch von 18.000 kWh würd ich mal grob mit JAZ 3,5 rechnen, das wären dann etwa 5.100 kWh Strom statt Gas. Mit PV-Anlage wird's noch interessanter, falls du die planst.
Einziger Punkt: Check mal deine Heizkörper im OG. Falls die zu klein sind, wird's teuer mit dem Austausch. Aber selbst dann rechnet sich der Vollumstieg meist besser als Hybrid.