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Heizkurve im Sommer neu berechnen – macht das jetzt Sinn?

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Klaus-Richter
Beiträge: 35
Themenstarter
(@klaus-richter)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#87]

Hallo zusammen,

ich nutze die ruhige Sommerzeit gerade, um mich endlich um ein paar Dinge zu kümmern, die im letzten Winter liegen geblieben sind. Einer meiner Punkte ist die Heizkurve meiner Wärmepumpe.

Ich habe eine Luft-Wasser-Wärmepumpe seit etwa zwei Jahren, und irgendwie hatte ich nie das Gefühl, dass die Heizkurve wirklich optimal eingestellt ist. Letzten Winter war es so, dass an sehr kalten Tagen (so um die -5 bis -8 Grad) manche Räume nicht richtig warm wurden, während an milden Tagen (so um 5-8 Grad) die Vorlauftemperatur scheinbar viel zu hoch war. Das System ist also nicht sauber eingestellt.

Jetzt frage ich mich: Kann ich die Heizkurve im Sommer sinnvoll neu anpassen, obwohl die Heizung gar nicht läuft? Oder muss ich das unbedingt im Herbst machen, wenn die Temperaturen wieder relevant werden?

Was ich mir vorstelle: Die Steigung der Kurve anpassen, und vielleicht auch den Parallelversatz. Aber ich bin mir nicht sicher, wie ich ohne echte Heizdaten im Sommer überhaupt anfangen soll. Hat jemand eine Schritt-für-Schritt-Idee, wie man das systematisch angeht – auch ohne laufende Heizung?

Bin dankbar für jeden Tipp.


1 Antwort
Stefan8915
Beiträge: 41
(@stefan8915)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Kurze Antwort zuerst: Im Sommer kannst du die Grundeinstellungen zwar vorbereiten, aber wirklich anpassen geht nur mit laufendem Betrieb bei kalten Außentemperaturen. Das ist leider so.

Aber du kannst die Zeit trotzdem sinnvoll nutzen. Schau dir die Heizkurve konzeptionell an: Die Steigung bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur bei fallender Außentemperatur ansteigt. Typisch für Fußbodenheizung liegt die Steigung eher flach (0,3–0,5), bei Heizkörpern steiler (0,6–1,0). Der Parallelversatz verschiebt die gesamte Kurve nach oben oder unten.

Wenn du sagst, bei -5 bis -8 Grad wurde es nicht warm genug, deutet das auf zu niedrige Steigung oder zu niedrigen Parallelversatz hin. Bei 5-8 Grad zu heiß – da würde ich eher den Parallelversatz prüfen, nicht die Steigung.

Ich hab das bei mir damals auch erst nach zwei Heizperioden richtig hinbekommen. Hab dazu einiges über COP-Werte gelesen, das hilft auch beim Verständnis warum niedrigere Vorlauftemperaturen so wichtig sind – falls dich das interessiert, hatte ich dazu mal was in diesem Thread geschrieben: COP und SCOP Werte - was bedeuten diese Begriffe und wie wichtig sind sie?

Mein Rat: Notier dir jetzt schon bei welchen Außentemperaturen welche Räume problematisch waren. Im Herbst ab ca. 5-10 Grad kannst du dann gezielt anfangen zu justieren. Immer nur eine Änderung auf einmal, und dann 1-2 Tage beobachten.


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