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Als Neuling Heizkurve selbst anpassen – wo fängt man sinnvoll an?

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L.Weber39
Beiträge: 36
Themenstarter
(@l-weber39)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#106]

Hallo zusammen,

wir haben seit Oktober letzten Jahres eine Luftwärmepumpe und ich merke, dass ich die Heizkurve eigentlich nie wirklich verstanden habe. Der Installateur hat damals irgendwas eingestellt und meinte "passt so", aber ob das wirklich optimal ist, weiß ich nicht.

Jetzt im Sommer läuft die WP ja kaum für Heizung, aber ich dachte, das wäre vielleicht ein guter Zeitpunkt um mich einzulesen und für den nächsten Winter besser vorbereitet zu sein. Ich hab die Ferienzeit genutzt um endlich mal in die Bedienungsanleitung zu schauen – das ist ehrlich gesagt ziemlich trocken zu lesen.

Mein konkretes Problem: Ich weiß nicht wie ich beurteile ob meine aktuelle Kurve gut oder schlecht eingestellt ist. Im Winter war es uns manchmal zu kalt (Räume kamen nicht auf Temperatur) und manchmal hat die WP anscheinend zu viel geheizt. Die Heizkörper wurden richtig heiß, obwohl draußen gar nicht so kalt war.

Kann mir jemand erklären, wie man als Einsteiger überhaupt anfängt das zu beurteilen? Welche Werte soll ich ablesen, worauf achten? Und macht es Sinn das jetzt schon anzufassen obwohl wir mitten im Sommer sind?

Danke schonmal!


2 Antworten
Martin89
Beiträge: 39
(@martin89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Der Sommer ist tatsächlich ein guter Zeitpunkt, um sich das theoretisch zu erarbeiten – auch wenn du natürlich erst im Herbst wirklich testen kannst.

Zum Einstieg: Die Heizkurve regelt, wie stark deine WP heizt in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Steile Kurve = hohe Vorlauftemperaturen bei Kälte, flache Kurve = niedrigere. Für Fußbodenheizungen willst du eher flach (35–40°C Vorlauf), für alte Heizkörper manchmal steiler (45–55°C).

Dass es manchmal zu kalt und manchmal zu warm war klingt für mich nach einer falsch gesetzten Parallelverschiebung (also dem Niveau-Regler, den manche Hersteller "Niveau" oder "Heizkurvenverschiebung" nennen). Der Verlauf der Kurve selbst bestimmt die Reaktion auf Außentemperatur.

Mein praktischer Tipp: Fang damit an zu dokumentieren, welche Vorlauftemperatur deine WP bei welcher Außentemperatur produziert. Notier dir das über mehrere Tage im Herbst wenn es kühler wird. So bekommst du ein Gefühl dafür, ob die Kurve überhaupt stimmt. Ich hab das damals auch so gemacht – kostet nur etwas Zeit aber du lernst die Anlage wirklich kennen.

Ich hab mich zu den Grundlagen von WP-Effizienz und Kosten übrigens auch schon in anderen Threads eingelesen, zum Beispiel zum Thema LW-WP vs. Sole-WP: Wie rechnet ihr die Gesamtkosten über 20 Jahre? – da wurde vieles zu Effizienz und Betrieb auch gut erklärt.


Antwort
Tim_1991
Beiträge: 39
(@tim_1991)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Guter Ansatz von Martin oben, aber ich würd noch ergänzen: Bevor du an der Kurve drehst, unbedingt den hydraulischen Abgleich checken. Wenn der nicht stimmt, kannst du die Heizkurve noch so schön einzstellen – einzelne Räume werden trotzdem nicht warm oder andere überhitzen. Das war bei mir genau das Problem.

Zum Thema COP und warum niedrige Vorlauftemperaturen so wichtig sind hab ich auch mal was geschrieben: COP und SCOP Werte - was bedeuten diese Begriffe und wie wichtig sind sie? – vielleicht hilft dir das als Hintergrundwissen weiter. Kurz gesagt: jedes Grad Vorlauf weniger spart Strom.


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