Hi zusammen,
bin grad dabei mich für nächstes Jahr über Wärmepumpen zu informieren, da unsere alte Gasheizung langsam den Geist aufgibt. Hab schon viel gelesen aber irgendwie versteh ich das Grundprinzip noch nicht so richtig.
Wie kann eine Wärmepumpe aus kalter Luft (sagen wir 5°C im Winter) warme Heizungsluft für 20°C Raumtemperatur machen? Das klingt für mich wie Zauberei - normalerweise kühlt doch kalte Luft alles ab, oder?
Ich hab mal irgendwas von Verdampfen und Kompressor gehört, aber kann mir das jemand mal so erklären, dass auch ein Laie wie ich das versteht? Am besten ohne zu viel Fachchinesisch 🙂
Vielen Dank schonmal!
Moin Stefan,
kann Bernd nur zustimmen mit dem Kühlschrank-Vergleich, das ist wirklich der einfachste Weg es zu verstehen.
Noch ein praktisches Beispiel: Kennst du diese Deo-Sprays die kalt werden wenn man sie benutzt? Das ist dasselbe Prinzip, nur umgekehrt. Wenn ein Gas sich ausdehnt wird es kalt, wenn man es zusammenpresst wird es warm.
Bei der WP läuft permanent dieser Kreislauf: verdampfen (draußen, nimmt Wärme auf) → komprimieren (wird heiß) → kondensieren (gibt Wärme ab an Heizung) → entspannen → von vorne.
Deswegen braucht sie auch Strom - für den Kompressor der das Gas zusammenpresst.
Stefan, ganz einfach gesagt: Auch kalte Luft enthält noch Energie. Das ist wie bei einem Schwamm der noch nicht ganz ausgedrückt ist.
Die Wärmepumpe "drückt" diese restliche Energie raus und konzentriert sie. Stell dir vor, du sammelst aus 1000 Litern lauwarmen Wasser die ganze Wärme und packst sie in 100 Liter - dann werden die richtig heiß.
Der Trick ist das Kältemittel, was bei -40°C oder so verdampft. Für das Zeug sind 5°C Außentemperatur schon richtig warm. Durch Kompression wird aus diesem warmen Dampf dann heißer Dampf.
Physik halt - Energie kann nicht verschwinden, nur umgewandelt werden.
Hallo Stefan,
kann ich gut verstehen, das Prinzip ist am Anfang nicht ganz einleuchtend. Stell dir einfach einen Kühlschrank vor - nur rückwärts!
Ein Kühlschrank nimmt die Wärme aus dem Innenraum und gibt sie hinten ab (deshalb wird die Rückseite warm). Eine Wärmepumpe macht genau das Gegenteil: Sie nimmt die Wärme von draußen und pumpt sie ins Haus.
Das funktioniert so: Ein spezielles Kältemittel verdampft schon bei sehr niedrigen Temperaturen. Selbst bei 5°C draußen ist das für dieses Mittel noch "warm" genug um zu verdampfen. Dieser Dampf wird dann komprimiert, wodurch er richtig heiß wird - und diese Hitze wird an dein Heizungswasser abgegeben.
Ich hab vor ein paar Jahren hier schonmal über Split-Systeme geschrieben - das Grundprinzip ist aber bei allen gleich.
Gruß
Bernd