Hi zusammen,
ich plane für den Herbst die Installation einer 12kW Luft-Wasser-Wärmepumpe (Neubau, 140qm, KfW40). Jetzt stehe ich vor der Frage der Pufferspeicher-Dimensionierung und bin unsicher.
Der Installateur empfiehlt 500L Pufferspeicher, aber ich lese immer wieder, dass zu große Speicher die JAZ verschlechtern können. Bei 12kW Leistung wären das etwa 42L pro kW. Andere sagen, 25L pro kW reichen völlig - das wären nur 300L.
Mein Heizkreis wird komplett mit Fußbodenheizung realisiert, also niedrige Vorlauftemperaturen. Brauchwasser kommt über separaten 300L Warmwasserspeicher.
Was spricht für 500L vs 300L? Ich will ungern überdimensionieren und dann schlechte Effizienz haben. Andererseits soll die WP auch nicht zu oft takten. Aktuell nutze ich noch die Zeit bis zum Heizungsbau im September für die Planung.
Hat jemand Erfahrungen mit ähnlicher Konstellation? Was würdet ihr bei 12kW und FBH empfehlen?
Danke schon mal!
Stefan
Hey Stefan!
Also ich sehe das anders als die anderen hier. Hab auch 12kW WP, aber mit 400L Puffer und bereue es nicht.
Klar, theoretisch reichen 300L. Aber in der Praxis gibts immer mal Situationen wo mehr Puffer hilft - längere Abtauzyklen, kurzzeitige Lastspitzen oder wenn mal ein Heizkreis länger zu ist.
Bei den paar hundert Euro Unterschied zwischen 300L und 500L würd ich lieber etwas Reserve haben. Überdimensioniert ist relativ - wenn der Speicher gut geschichtet ist, verschlechterst du die JAZ kaum.
Aber stimmt schon: wichtiger als die Größe ist die Qualität der Hydraulik!
Hallo Stefan,
bei Ihrer Konstellation mit 12kW und reiner FBH würde ich tatsächlich zu 300L tendieren. Das entspricht 25L/kW und ist bei der trägen Fußbodenheizung völlig ausreichend.
Die 500L sind überdimensioniert - Sie haben ja keine Heizkörper, die schnell reagieren müssen. Bei FBH ist die thermische Masse im Estrich ohnehin sehr hoch, das wirkt wie ein zusätzlicher Speicher.
Ein zu großer Pufferspeicher führt zu längeren Stillstandszeiten und mehr Wärmeverlusten. Bei ähnlichen KfW40-Projekten haben wir gute Erfahrungen mit 25L/kW gemacht.
Berücksichtigen Sie auch: Je kleiner der Speicher, desto häufiger durchläuft die WP ihre optimalen Betriebspunkte. Das verbessert die JAZ merklich.
Meine Empfehlung: 300L Pufferspeicher reichen bei Ihrer Konfiguration vollkommen aus.
Hi Stefan,
kan R.Hoffmann nur beipflichten! 300L sind definitiv ausreichend bei FBH. Hab selbst 10kW WP mit 250L Puffer und das läuft super.
Der Installateur will dir wahrscheinlich den teureren Speicher verkaufen 😉 Bei reiner FBH brauchst du wirklich nicht so viel Puffervolumen.
Wichtiger ist meiner Meinung nach die richtige Hydraulik - lass dir unbedingt einen hydraulischen Abgleich machen! Das bringt mehr für die Effizienz als ein überdimensionierter Speicher.
300L + gute Regelung = perfekt für deine Anlage
Guten Tag,
aus meiner langjährigen Praxis kann ich folgendes berichten: Die Faustregel 25L/kW gilt hauptsächlich für Mischsysteme mit Heizkörpern.
Bei reiner Fußbodenheizung ist die Situation anders. Der Estrich hat bereits eine enorme Speichermasse - etwa 150-200 Wh/K pro Quadratmeter. Bei 140qm entspricht das einem thermischen Speicher von über 20kWh.
Daher reichen in Ihrem Fall 300L völlig aus. Wichtiger ist eine gute Schichtung im Speicher und die richtige Einbindung der Heizkreise.
Ein 500L Speicher würde nur unnötig Energie verschwenden durch höhere Stillstandsverluste. Sparen Sie das Geld lieber für eine hochwertige Regelung.