Hallo zusammen,
ich plane für den kommenden Winter und mache mir Gedanken zur Leistung meiner Erdwärmepumpe bei extremen Minusgraden. Wir haben eine 12 kW Sole-Wasser WP (Vaillant geoTHERM) mit zwei 100m Sonden, installiert vor 2 Jahren.
Letzten Winter hatten wir ja nur milde Temperaturen, aber ich frage mich: Was passiert eigentlich bei richtig kalten Phasen mit -15°C oder sogar -20°C über mehrere Tage? Ich weiß, dass die Erdtemperatur relativ stabil ist, aber die Pumpe muss ja trotzdem mehr arbeiten bei höherem Heizbedarf.
Meine Bedenken:
- Reicht die Leistung noch für das ganze Haus (160qm, Baujahr 1998, teilgedämmt)?
- Wie stark sinkt der COP bei solchen Außentemperaturen?
- Sollte ich vorsorglich einen elektrischen Heizstab als Backup einplanen?
Der Heizungsbauer meinte damals, Erdwärme sei ja 'unabhängig von der Außentemperatur', aber das kann ja nicht ganz stimmen, oder? Vorlauftemperatur fahren wir derzeit mit 45°C über Fußbodenheizung.
Wer hat Erfahrungen mit richtig kalten Wintern und Erdwärmepumpe?
Also grundsätzlich ist dein Heizungsbauer nicht ganz falsch - Erdwärme ist deutlich stabiler als Luft-WP. Aber natürlich steigt dein Heizbedarf bei -15°C trotzdem an.
Bei meiner Anlage (ähnliche Größe, auch Sonden) sinkt der COP von normalerweise 4,2 auf etwa 3,8 bei solchen Außentemperaturen. Das liegt daran, dass die Sole-Temperatur leicht abfällt - nicht dramatisch, aber messbar. Bei längeren Kältephasen können die Sonden schon mal auf -2°C runter.
Deine 12 kW sollten aber für 160qm locker reichen, auch bei -20°C. Ich hab schon mal geschrieben, dass Sole-WP einfach zuverlässiger sind als Luft-WP bei Extremwetter.
Einen Heizstab als Backup schadet nie, aber bei deiner Dimensionierung sollte er nicht nötig sein.
Da muss ich UweGabriel ein bisschen widersprechen. Die Erdtemperatur IST zwar stabiler, aber bei mehreren Wochen Dauerfrost sinkt sie schon deutlicher.
Ich hab das 2019 beim extremen Februar erlebt - da war meine Sole runter auf -4°C und der COP bei nur noch 3,2. Die WP lief praktisch durch und hat trotzdem nicht ganz die gewünschte Raumtemperatur gehalten.
Bei deinem teilgedämmten Altbau würd ich definitiv den Heizstab einplanen. 45°C Vorlauf ist schon recht hoch und zeigt, dass dein Haus nicht optimal für WP ist. Bei Extremkälte könntest du sogar auf 50°C hoch müssen.
Mein Tipp: Lass dir vom Installateur die Leistungskurve bei verschiedenen Sole-Temperaturen geben. Dann weißt du genau, wo deine Grenzen liegen.