Hallo zusammen,
meine Erdwärmepumpe läuft jetzt das dritte Jahr und ich hab mir mal Gedanken zur Erdreich-Regeneration gemacht. Wir haben 2x120m Sonden und ich verfolge seit neustem die Temperaturen über die Anlagensteuerung.
Mir ist aufgefallen, dass die Sole-Vorlauftemperatur aktuell bei ca. 11-12°C liegt, auch wenn draußen über 30°C sind. Letztes Jahr um diese Zeit waren es noch 13-14°C gewesen (soweit ich mich erinnere). Ist das normal oder regeneriert sich mein Erdreich zu wenig?
Wir nutzen die WP auch für Warmwasser, das läuft ja auch im Sommer. Kühlung haben wir nicht.
Meine Frage: Sollte ich aktiv was tun, um die Erdreich-Regeneration zu fördern? Hab gelesen, dass manche Leute im Sommer bewusst die Umwälzung reduzieren oder sogar Solarwärme ins Erdreich einleiten. Was sind eure Erfahrungen? Ab welcher Sole-Temperatur wird es kritisch?
Danke für eure Hilfe!
11-12°C sind für Juni absolut im grünen Bereich. Du machst dir zu viele Sorgen. Das Erdreich regeneriert sich hauptsächlich über die natürliche Geothermie von unten und die Wärmeleitung von der Oberfläche. 1-2°C Schwankung zwischen den Jahren ist völlig normal - kann an unterschiedlichen Niederschlagsmengen oder der allgemeinen Witterung liegen.
Kritisch wird's erst unter 5°C. Solange du über 10°C bleibst, ist alles bestens. Die Regeneration läuft automatisch - du musst da nicht eingreifen.
Die Regeneration läuft natürlich ab, aber du kannst sie unterstützen. Wichtig ist vor allem: Erdreich über den Sonden nicht versiegeln, für gute Drainage sorgen und im Sommer ordentlich bewässern wenn trocken.
Ein Trick den ich kenne: An heißen Tagen kannst du die WP-Umwälzung kurz erhöhen - dann wird mehr Wärme aus dem warmen Oberboden nach unten transportiert. Aber ehrlich gesagt bei deinen Werten würd ich mir keine Gedanken machen.
Kann SilentHeat nur zustimmen. Hab seit 15 Jahren Erdwärme und kenne die Panik. Bei mir schwanken die Sole-Temperaturen auch jährlich um 1-3°C, je nach Wetter und Niederschlag.
Was viel wichtiger ist: Wie sehen deine COP-Werte aus? Wenn die stabil geblieben sind, läuft alles normal. Erst wenn der COP über mehrere Jahre kontinuierlich sinkt, deutet das auf eine echte Auskühlung hin.
Bei der Erdbohrung vs. Luft-Diskussion hatten wir das Thema ja schonmal - die Erdtemperaturen sind deutlich stabiler als viele denken.
Würd ich nicht so entspannt sehen. 2°C Rückgang in einem Jahr ist schon auffällig. Klar, kann Zufall sein, aber überwachen solltest du das definitiv weiter.
Tipp: Log die Temperaturen über den Sommer und schau, ob sie sich bis September wieder erholen. Wenn nicht, würde ich einen Fachmann draufschauen lassen. Manchmal sind's auch nur die Sensoren oder die Sole-Konzentration stimmt nicht mehr.