Hallo zusammen,
ich hab seit zwei Jahren eine Sole-WP mit Erdkollektor unter unserem Rasen laufen. Jetzt wird's langsam richtig warm und der Rasen wird braun. Meine Frau möchte unbedingt bewässern, aber ich hab Bedenken.
Meine Überlegung: Wenn ich den Rasen über dem Kollektor im Sommer stark bewässere, kühle ich doch das Erdreich ab und verhindere die natürliche Regeneration? Andererseits könnte die Feuchtigkeit auch die Wärmeleitfähigkeit verbessern.
Hat jemand Erfahrungen damit? Sollte ich die Bewässerung eher sparsam halten oder ist das egal? Der Kollektor liegt in ca. 1,5m Tiefe auf etwa 200qm verteilt. Im Winter hatte ich keine Probleme mit der Effizienz, aber ich will auch nichts kaputt machen.
Freue mich über eure Meinungen!
Hi Weber,
aus technischer Sicht ist das sogar positiv. Feuchte Erde hat einen deutlich besseren Wärmeübergang als trockene. Die Wärmeleitfähigkeit steigt mit dem Wassergehalt erheblich an.
Die Regeneration findet ja nicht nur durch direkte Oberflächenerwärmung statt, sondern auch durch die allgemeine Bodentemperatur im Sommer. Bei 1,5m Tiefe sind die Temperaturschwankungen durch Bewässerung minimal.
Wenn du dir Sorgen machst, miss doch mal die Sole-Temperaturen im Vor- und Rücklauf. Bei funktionierender Regeneration sollten die Temperaturen im Sommer deutlich über den Winterwerten liegen. Das ist der beste Indikator, ob alles läuft.
Moin L.Weber60,
kann deine Sorge verstehen, aber meiner Erfahrung nach ist das kein Problem. Hab schon mal über Sommerbetrieb geschrieben - die Regeneration läuft hauptsächlich über die Sonneneinstrahlung und Lufttemperatur, nicht über die obersten Zentimeter.
Feuchter Boden leitet Wärme sogar besser als trockener, das hilft dem Kollektor eher. Bei 1,5m Tiefe merkst du von der Bewässerung temperaturmäßig eh kaum was. Ich bewässere seit Jahren normal und hab keine Effizienzprobleme.
Würde eher darauf achten, dass du nicht gerade über den Kollektorleitungen buddelst oder schwere Geräte drüber fährst. Das normale Gießen ist völlig unproblematisch.
Also ehrlich gesagt halte ich das für typische Wärmepumpen-Paranoia. Die paar Liter Wasser vom Rasensprenger werden dein Erdreich nicht nachhaltig abkühlen.
Der Kollektor regeneriert sich über die gesamte Sommersaison durch Sonne und warme Luft. Ein bisschen Wasser an der Oberfläche macht da gar nichts. Im Gegenteil - trockener, rissiger Boden isoliert eher.
Meine Nachbarn haben alle normale Gärten über ihren Kollektoren und bewässern wie gewohnt. Funktioniert seit Jahren problemlos.
Wie TechnikPeter_74 schreibt, ist feuchter Boden besser für den Wärmetransfer. Aber mal grundsätzlich: Ist dein Kollektor überhaupt richtig dimensioniert?
Bei zu kleinen Kollektoren kann jede zusätzliche 'Störung' problematisch werden. Die Regeneration im Sommer ist entscheidend für die JAZ der folgenden Heizperiode. Wenn der Kollektor zu knapp ausgelegt war, könnten auch kleine Faktoren relevant werden.
Mach mal eine Messung der Sole-Temperaturen über den Sommer und vergleich mit den Herstellerangaben.