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COP-Werte bei Herstellerangaben vs. Realität - wie groß sind die Unterschiede?

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Thomas K.
Beiträge: 45
Themenstarter
(@thomask)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#60]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiv mit Sole/Wasser-Wärmepumpen und stolpere immer wieder über die COP-Angaben der Hersteller. Da wird mit Werten um die 4,5 oder sogar 5,0 geworben, aber ich frage mich, wie realistisch das im echten Betrieb ist.

Meine Situation: Ich plane für einen Neubau (KfW 40) eine Erdwärmepumpe mit Erdsonde. Die Fußbodenheizung ist bereits eingeplant, also niedrige Vorlauftemperaturen. Trotzdem bin ich skeptisch, ob die beworbenen Effizienzwerte auch wirklich erreicht werden.

Jetzt im Sommer, wo ich Zeit für die Planung habe, möchte ich das richtig verstehen: Auf was sollte ich bei den COP-Angaben achten? Welche Prüfbedingungen sind realitätsnah? Und wie groß ist der Unterschied zwischen Labor-COP und dem, was ich später auf der Stromrechnung sehe?

Hat jemand von euch konkrete Erfahrungen mit gemessenen vs. beworbenen Werten? Bei Luft-WP ist ja bekannt, dass die Realität oft ernüchternd ist - aber wie sieht es bei Erdwärme aus?

Danke für eure Einschätzungen!


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4 Antworten
WPSkeptiker47
Beiträge: 51
(@wpskeptiker47)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ach komm, die COP-Diskussion ist doch reine Augenwischerei. Am Ende zählt nur eins: Was steht auf der Stromrechnung.

Ich hab mir den ganzen Kram auch schöngerechnet vor 5 Jahren. Am Ende waren es statt der versprochenen 2000 kWh dann 3200 kWh Stromverbrauch im Jahr. Die ganzen Labor-COP-Werte kannste vergessen.

Was wirklich zählt: Jahresarbeitszahl unter realen Bedingungen. Und da sind Werte über 3,5 schon sehr gut bei Erdwärme. Alles andere ist Marketing.

Spar dir die COP-Rechnerei und schau lieber, dass der Installateur was taugt. Das macht am Ende mehr aus als 0,2 COP-Punkte hin oder her.


Antwort
R.Hoffmann
Beiträge: 38
(@r-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Die Herstellerangaben sind tatsächlich oft zu optimistisch, auch bei Sole/Wasser-Pumpen. In der Praxis sollten Sie mit etwa 15-20% niedrigeren Werten rechnen.

Entscheidend sind die Prüfbedingungen: COP wird meist bei B0/W35 gemessen (0°C Sole, 35°C Vorlauf). Im Winter haben Sie aber oft -2°C oder kälter in der Sole, und manchmal brauchen Sie auch mal 40°C Vorlauf für Warmwasser.

Für eine realistische Bewertung schauen Sie auf die SCOP-Werte nach EN14825 - die berücksichtigen verschiedene Betriebszustände über das Jahr. Auch wichtig: Achten Sie auf COP-Werte bei niedrigeren Quellentemperaturen wie B-5/W35.

Bei meinem letzten Projekt haben wir schon bei der Heizlastberechnung verschiedene Szenarien durchgerechnet. Eine konservative COP-Schätzung von 3,5-4,0 ist bei Ihrer Konstellation realistischer als die beworbenen 5,0.


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L.Weber60
Beiträge: 42
(@l-weber60)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Muss ehrlich sagen, bei mir stimmen die Werte ganz gut. Hab seit 3 Jahren eine Viessmann mit Erdsonde laufen und komme auf etwa COP 4,2 im Jahresdurchschnitt. Beworben war sie mit 4,6.

Aber: Ich hab wirklich optimale Bedingungen - Neubau, sehr gute Dämmung, Fußbodenheizung läuft meist mit 30-32°C. Und die Sonde war von Anfang an richtig dimensioniert.

Den größten Unterschied macht meiner Erfahrung nach das Nutzerverhalten. Wenn du ständig auf 22°C heizt und das Warmwasser auf 55°C stellst, dann wars das mit den guten COP-Werten. Ich fahr im Winter meist 20°C Raumtemp und 45°C Warmwasser - das macht schon viel aus.

Die Sommerkühlung läuft übrigens fantastisch bei der Hitze gerade, da hol ich sogar noch bessere Werte raus.


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Sarah96
Beiträge: 40
(@sarah96)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Also ich muss WPSkeptiker47 teilweise widersprechen - die COP-Werte sind schon wichtig, aber man muss sie richtig interpretieren.

Bei uns (Altbau-Sanierung) haben wir tatsächlich deutlich schlechtere Werte als im Prospekt, aber das lag hauptsächlich an zu hohen Vorlauftemperaturen am Anfang. Nachdem wir die Heizkurve richtig eingestellt haben, sind wir von JAZ 2,8 auf 3,6 gekommen.

Wichtig ist: Schau dir die COP-Kennlinie an, nicht nur einen einzelnen Wert. Eine gute Sole-WP sollte auch bei B-3/W40 noch über COP 3,0 liegen.

Und Thomas, da du Neubau planst: Die beworbenen Werte sind durchaus erreichbar, wenn alles passt. Lass dir aber unbedingt eine Effizienzgarantie geben - manche Anbieter garantieren mittlerweile eine Mindest-JAZ.


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